Nordic Walking mit Hund

Gemeinsames Tempo finden

Das Fitness mit zwei Stöcken erfreut sich seit ein paar Jahren immer größerer Beliebtheit, denn bei dieser Mischung aus Skilanglauf und Walking werden neben den Beinen auch Arm-, Schulter-, Brust-, Bauch- und Rumpfmuskulatur trainiert und Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Stoffwechseltätigkeit gefördert.

Stöcke und Leine gleichzeitig geht nicht

Dass man bisher nur wenige Hundebesitzer beim Nordic Walking antrifft liegt vor allem daran, dass der Hund sie durch die Gegend zieht, die Stöcke sich mit Hundeleine oder Bauchgurt verhaken oder Hunde ohne Leine machen, was sie möchten und Jogger, Radfahrer andere Menschen belästigen.

Nordic Walking Leine eine Alternative

Weil aber gerade Nordic Walking ein tolles Ausgleichstraining für große und kleine, junge und ältere Vierbeiner ist, hat Hundetrainer Joachim Füger eine spezielle Nordic-Walking Leine für Hundehalter entwickelt und verrät einiges über die richtige Ausrüstung. Es sollte sich um zwei möglichst durchgehende Carbonfaserstöcke mit Handschlaufe handeln, die richtige Stocklänge: rechter Winkel zwischen Ober- und Unterarm bei gerade aufgesetztem Stock oder Körpergröße x 0,7 gleich Stocklänge in Zentimeter. Als Schuh eignet sich ein spezieller Nordic-Walking Schuh, der einen stabilen Leisten haben sollte, damit eine saubere Fußführung und Abrollbewegung gewährleistet ist.

Als Bekleidung ist eine Funktionskleidung im Schichtsystem empfehlenswert, zwei Trinkflaschen in einem Hüftgurt oder kleinen Rucksack und Leckerlis sollten ebenfalls bereitstehen. An der Spezialleine Lazy Lead Nordic Walker, die sich an die Größe des Hundes anpassen lässt, kann der Hund locker am Handgelenk mitlaufen. Der Bewegungsablauf der Arme wird nicht gestört, der Hund wird automatisch bei der Pendelbewegung kontrolliert, bei Hunden mit guter Leinenführigkeit kann die Spezialleine auch einfach am Halsband oder dem Brustgeschirr befestigt werden. Bei Hunden mit schlechter Leinenführigkeit ist ein Kopfhalfter empfehlenswert, das allerdings erst nach entsprechender Schulung durch eine Hundeschule verwendet werden sollte. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass der Hund einen gewissen Grundgehorsam besitzt. Man sollte den Vierbeiner zudem vor Trainingsbeginn an die Stöcke gewöhnen und diese einfach in der Wohnung hinlegen, den Stock beim Spaziergehen mitnehmen oder ein kleines Spiel damit machen.

Legen Sie den Stock einfach auf den Boden und lassen den Hund darüber laufen – so wird er die Geh-Hilfen als ungefährlich empfinden. Die Spezialleine sollte man auch beim Gassigehen einführen. Man sollte Nordic Walking erst ohne Hund einüben: Sie müssen die Stöcke richtig einsetzen können und eine gute Gehtechnik beherrschen, damit man sich bei den ersten Ausflügen nicht nur auf sich konzentrieren muss. Um Verletzungen vorzubeugen, sollte man sich am besten vor dem Training ein bisschen aufwärmen. Der Vierbeiner kann über längere Strecken an der Leine mitgehen, sollte sich aber vor dem Training lösen und auch unterwegs oder am Schluss ein bißchen frei laufen können. Man sollte ihn am besten links von sich gehen lassen, wenn man sich aufeinander eingespielt hat, kann man auch mal die Seiten wechseln. Man sollte nicht vergessen, dass der Hund und der Halter ausreichend trinken sollten.

Der Ablauf

Die Stöcke funktionieren als Verlängerung unserer Arme und machen uns zum Vierfüßler auf Zeit. Der Hund sollte sich automatisch dem Rhythmus des Menschen anpassen, deshalb lässt man die Stöcke erstmal am Boden schleifen und die Arme langsam mitschwingen. Durch die passende Schrittlänge findet man den richtigen Rhythmus – je größer der Schritt, desto mehr Zeit bleibt auch für die Pendelbewegung. Wichtig ist, rechtes Bein und linker Arm kommen gleichzeitig nach vorn, Becken und Schulterachse rotieren gegeneinander. Der vordere Stock wird beim Aufsetzen kurz gegriffen, der Arm ist leicht gebeugt, der Stock zeigt leicht schräg nach hinten. Man legt Druck auf den Stock, danach schwingt der Arm mit dem Stock bis hinter die Hüfte. Die Hand wird geöffnet und der Arm ganz durchgedrückt. Stockabstoß. Das Öffnen und Schließen der Hände ist auch ganz wichtig, dadurch entsteht ein Muskel-Pumpeffekt, der zu einer verbesserten Durchblutung im Schulter- und Nackenbereich führt. Wird dieser Schritt vergessen kann dies ansonsten zu Verspannungen führen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Walken!

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