Wie funktioniert Clickern mit Katzen?

Katzen kann man nicht erziehen, da diese oft selbst ihre Entscheidungen treffen. Man kann schon glücklich darüber sein, dass Katzen von Natur aus sauber sind und zum Fressen nach Hause kommen. Doch auch Katzen lassen sich durch ein Clicker-Training trainieren. Wie funktioniert so etwas bei unerziehbaren Katzen?

Clickertraining kennen viele aus der Hundeerziehung. Diese Art der Erziehung hat jedoch erstmals mit Wild- und Zootieren genutzt und wurde von den USA auch nach Europa gebracht. Hierzulande erfreut sich die Art der Erziehung immer größerer Beliebtheit. Ziel des ganzen ist es, dass man klickt, wenn das Tier etwas gutes getan hat und eine Futterbelohnung erfolgt (diese muss aber erfolgen). Man sagt also dem Tier „ Das hast du gut gemacht, dafür bekommst Du eine Belohnung“.

Funktioniert sowas auch bei Katzen?

Viele werden sagen, mit Hunden ist ja mit Sicherheit ganz toll, aber funktioniert sowas denn auch mit Katzen? Katzen kann man laut den Meinungen vieler Menschen gar nicht erziehen und trainieren schon gar nicht. Die machen doch eh nur was sie wollen und das ist genau das Stichwort: Katzen machen das, was ihnen gut tut – beispielsweise den Magen mit leckeren Sachen füllen durch ein entsprechendes Clicker-Training. Das Clickertraining ist kein Zwang und es erfolgt auch niemals eine Bestrafung und es gibt auch keine körperliche Bedrängnis. Die Katze entscheidet in jedem Augenblick des Trainings, ob Sie daran teilnehmen möchte – und mit der richtigen Belohnung möchte das die Katze mit Sicherheit. Deswegen sollte man gut überlegen, ob man mit der Katze klickern möchte. Für das weitere Zusammenleben bleibt das nicht ohne Folgen und Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass Sie sich diese Konsequenzen vorher klar machen.

Nichts mehr mit Betteln

Neigt ihre Katze dazu zu betteln, während Sie gerade eine Mahlzeit zu sich nehmen oder in der Küche etwas vorbereiten? Streicht die Mietze gerne um ihre Beine herum und versucht die ganze Zeit auf den Tisch zu kommen oder versucht sich die Katze als kleine Diebin? Mit dem Klickern sind diese Zeiten vorbei, denn durch Clickern lernen Katzen, wie Sie ruhig auf dem Platz bleiben, ohne einen zu nerven. Ihre Katze wird vor allem beginnen, Ihnen etwas anzubieten, als nur gewöhnlich zu betteln – Sie wird Männchen oder Rollen machen. Dafür bekommt die Mietze dann auch ihre redlich verdiente Belohnung.

Verständigungsprobleme ade

Sie lernen durch das Klickern eine ganze neue Kommunikationstechnik mit ihrer Katze. Statt die Katze mit einer Wasserpistole zu erziehen, wenn diese am Sessel kratzt, können Sie nun den Klicker einsetzen und belohnen, wenn Sie statt dem Sessel den Kratzbaum benutzt.

Unausgeglichenheit zu Ende

Ist die Katze etwas unausgeglichen, ruhelos und rastlos? Oft macht die Unterforderung einfach schlechte Laune. Clickertraining dagegen bedeutet Kopfarbeit und die Katzen müssen nachdenken, wie sie Click und Belohnung verdienen können, wobei Sie natürlich ihnen den Weg weisen müssen.

Katze trainiert
Keine Psychokatze mehr

Mit schwierigen Katzen kann das Clicker-Training pures Gold wert sein, da sie das Gelernte aus den Trainingssituationen in den Alltag übertragen. Impulskontrolle können besonders rabiate Katzen lernen. Beim Training haben Sie eine leckere Belohnung vor den Augen, müssen sich aber dann beherrschen und sich entsprechend verhalten, um an das Ziel der Wünsche zu kommen. Diese Tätigkeiten bestehen nicht aus Pföteln, Kratzen oder Beißen, sondern die Katzen müssen einen Targetstab berühren, über das Knie springen oder sich hinlegen. Beim Clickern legen besonders unsichere und passive Katzen wieder aktiv zu werden und Handlungen selbständig auszuführen. Jeder Klick, den die Katzen bekommen ist mit einem Erfolgerlebnis verbunden und gibt den Katzen die Lebensfreude wieder zurück.

Typische Katzenverhaltensweisen über Bord schmeissen

Nach entsprechenden Clickertraining wird die Katze nach einiger Zeit freiwillig in den Transportkorb gehen und sich sehr wohlfühlen. Sie wird beispielsweise auch lernen, nach einem Handsignal von Ihnen über eine Papphürde zu hüpfen. Die Katze bleibt nicht immer auf ewig die rästelhafte oder ängstliche Katze , sondern kann sich in einem positiven Sinne weiterentwickeln und schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit einfach über Bord schmeissen. Die Katzen werden mehr Spaß am Futter haben, weil diese es sich erstmal verdienen müssen und nicht wenn dieses nur langweilig im Napf liegt.

Kein bequemes Katzenhalterdasein mehr

Die Zeit, in der Sie sich als Katzenhalter keine Gedanken über die Wohnunskatze gemacht haben, sind vorbei. Sie müssen in Zukunft jetzt regelmäßig ( am besten täglich) das Clickertraining in den Tagesablauf mit einplanen. Die Motiviation ihrer Katze hängt von Ihnen ab, wie Sie ihre Katze qualitativ überzeugen können. Schlechtes Training ist für die Mietze einfach nur langweilig und das frustiert ganz schön. Im Vergleich zu Hunden werden Trainingsfehler von Katzen nicht so leicht verziehen, obwohl diese immer wieder erstaunlich viel verzeihen. Um sich ständig neue, spannende und katzenfreundliche Übungen auszudenken, müssen Sie richtig kreativ werden.

Clickertraining mit Katzen ist also auch mit einem Risiko (Missverständnisse oder Bettelei) verbunden. Doch stellen Sie sich vor, wie es sich anfühlt, wenn Sie auf dem Boden knien und Ihre Katze sich vor Ihnen hinsetzt, Sie die Hand in etwa 20 cm Entfernung zum Kopf ihrer Katze senkrecht halten- und diese schlägt dann mit High Five ein. Toll oder?

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