Katzenschnupfen

Katzenschnupfen wird in der Wissenschaft als Feline Rhinotracheitis oder als FURD bezeichnet. Die Erkrankung der Katze betrifft die Schleimhäute im Kopfbereich und die oberen Luftwege. Die häufigsten Symptome sind Niesen und Nasenausfluss, daneben kann klarer oder eitriger Augenausfluss beobachtet werden. Die Katzen zeigen je nach Verlauf hohes Fieber, weitere Symptome sind Zungengeschwüre und Entzündungen des Zahnfleisches, Mandelentzündung und Hornhautgeschwüre.

Verstopfte Nase beeinträchtigt den Appetit

Der Geruchsinn der Katze ist durch das schnupfenbedingte Zuschwellen der Nase stark beeinträchtigt. Die Katze kann das Futter nicht mehr riechen, frisst schlechter oder gar nicht mehr. Dies gilt ebenfalls bei Entzündungen im Mundbereich, die sehr schmerzhaft sein können. Bei sehr jungen oder mit FeLV oder FIV infizierten Katzen kann der Schnupfen in eine Lungenentzündung übergehen, diese kann tödlich enden.

Erreger Katzenschnupfen

Katzenschnupfen kann sowohl durch Viren als auch durch Bakterien verursacht werden, es können jedoch mehrere Erreger beteiligt sein. Ein Virus kann die Schleimhaut so schwer schädigen, dass Bakterien sich gut verbreiten können. Bei eitrigen Entzündungen ist immer ein Bakterium beteiligt.

Virale Erreger

Ein Virus besteht lediglich aus einer Kapsel, die DNS enthält. Die DNS als Träger der Erbsubstanz ist die Basis unseres Lebens. Das Virus benötigt zu seiner Vermehrung eine lebende Zelle, das in die Zelle eindringt und sie mit seiner virus eigenen DNS infiziert. Die Virus- DNS setzt sich in den Zellkern, die Kommandozentrale der Zelle, und programmiert diese um, woraufhin die Zelle der infizierten Katze anfängt neue Virus DNS zu produzieren und somit eine vermehrte Virusinfektion stattfindet. Ein viraler Erreger des Katzenschnupfens ist das Feline Herpesvirus-1. Herpesviren ( z.B. beim Menschen die Erreger des „Stressbläschens“ am Mund oder der Gürtelrose) kommen zudem bei Kühen, Pferden, Hunden und vielen Tierarten vor. Aber: Herpesviren sind artspezifisch, was bedeutet, wenn ein infizierter Mensch engen Kontakt mit seiner Katze hat, kann er sie nicht mit menschlichem Herpesvirus anstecken, und umgekehrt ist ein Anstecken ebenfalls nicht möglich. Herpesviren sind weit verbreitet, das Gemeine an ihnen ist, dass das Virus selbst nach Ende der Krankheitserscheinungen unbemerkt im Körper bleibt. Ist die Katze beispielsweise in einer Stresssituation, bricht die Erkrankung wieder aus.

Herpes greift Hornhaut an

Neben den Schnupfensymptomen, Fieber und Futterverweigerung kommt als Komplikation des Herpesvirus das Hornhautgeschwür hinzu, das bei Nichtbehandlung zur Erblindung führen kann. Der andere bedeutende virale Erreger des Schnupfens ist das Feline Calici Virus. Eine Katzenschnupfenerkrankung, bei der Geschwüre im Mund auftreten, deutet eher auf ein Virus- als auf eine Herpesinfektion hin. Das Virus wird wie Herpes per Tränenflüssigkeit, Speichel und Nasensekret ausgeschieden, in einzelnen Fällen per Kot und Harn, die Übertragung kann daher über den Futternapf, den Korb, die Katzentoilette und den Menschen erfolgen.

Behandlung

Virusinfektionen lassen sich nicht wie bakterielle Infektionen mit Antibiotika behandeln, das Virus wird erst nach Eindringen in die Zelle aktiv und damit unerreichbar. Antibiotika werden trotzdem häufig verordnet, da die Viren die Schleimhäute schädigen und die Bahn bereiten für verkomplizierende Infektionen mit Bakterien. Eine rein anti-virale Behandlung ist in der Tiermedizin sehr schwierig und es gibt kein zugelassenes Medikament, da nicht genau bekannt ist, wie lange es dauert, alle Viren auf diese Art zu eliminieren, muss die Behandlung über Wochen erfolgen. Die Wirksamkeit bei Katzen scheint viel schlechter zu sein als beim Menschen, und Nebenwirkungen sind häufig. Die wirksamste Vorbeugung ist die Impfung der Katze schon im Welpenalter, regelmäßige Impfungen gegen Herpes und Calici sind auch nach allgemeiner Expertenauffassung ein Muss!

Neue Erreger bei Katzenschnupfen

Bei jungen Katzen wurden Todesfälle beschrieben. Die Firma Intervet hat eine europaweite Untersuchung zur Bordetella-Infektion der Katze unterstützt, ein Impfstoff wird in Kürze auch in Deutschland erhältlich sein. Aufgrund des speziellen Anheftens der Erreger in der Nasenschleimhaut wird der Impfstoff in die Nase gegeben. Mykoplasmen sind Bakterien, die auch bei gesunden Katzen auftreten und deren Bedeutung bei Katzenschnupfen noch nicht ganz klar ist. Einen Impfstoff gibt es nicht. Die oben genannten bakteriellen Infektionen lassen sich mit Antibiotika behandeln. Eine oft langwierige Behandlung lässt sich durch konsequente Impfung vermeiden.

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