Die Lautsprache der Kaninchen

Die Kaninchen machen den Eindruck, als wären sie sehr stille und ruhige Tiere – der Eindruck täuscht. Wenn Sie die Kaninchen beobachten, werden Sie feststellen, dass diese mit Lautsprache kommunizieren. Eine laute Stimme können sich Kaninchen jedoch in der Wildnis nicht erlauben, da auch andere Fressfeinde womöglich zuhören könnten. Oft werden die Laute, die in der Wohnung zu hören sind, von uns komplett ignoriert. Meist erfolgt die Kommunikation der Kaninchen über Körpersprache, die situationsbedingt mit Lauten unterstrichen wird. Je nach Veranlassung oder Situation können ein und derselbe Laut unterschiedliche Bedeutungen haben, genau wie bei Menschen auch. Wenn wir schreien, dann kann dieser Schrei Schrecken, Freude, Schock oder Schmerzen ausdrücken. Das ist bei Kaninchen nicht anders – so kann ein Grunzen Zufriedenheit symbolisieren, weil das Futter sehr gut geschmeckt hat, oder ein Lustlaut beim Deckakt des Rammlers, der Begleitlaut einer angriffslustigen Häsin oder ein zufriedenes Dösen. In dem Artikel möchten wir Ihnen einige Beispiele geben, was die verschiedenen Lautsprachen bei den Kaninchen bedeuten, so dass Sie diese besser zuordnen können:

Die Körpersprache der Kaninchen

Leises Fauchen, Brummen und Grunzen

Brummen gehört zur Körpersprache und symbolisiert, dass sich ein Männchen für ein Weibchen interessiert, oder nicht hoch gehoben werden möchte. Leises Fauchen und Grunzen symbolisiert, das sich das Kaninchen über Sie geärgert hat oder es einfach zufrieden schläft. Am besten lassen Sie es in Ruhe, bis es sich beruhigt hat.

Lautes Schreien & Quietschen

Haben die Kaninchen Todesangst stoßen sie ein Lautes Schreien aus, dass an das Geschrei eines Kleinkindes erinnert. Feinde können hier der Mensch, Hund oder Katze sein. Sie sollten ihren Tieren genügend Versteckmöglichkeiten bieten und sie nicht mit hektischen Bewegungen und Geräuschen erschrecken. Packen Sie die Kaninchen auch niemals von oben, da sie denken, dass ein Raubvogel gleich angreift. Stress sollte ebenso vermieden werden. Lautes Schreien vernimmt man auch wenn die Kaninchen in der Narkose liegen, was aber kein Zeichen von Schmerz ist.

Fiepen

Kleine Kaninchenbabys stoßen ein leises Fiepen aus, weil sie ihre Mutter vermissen, ihnen kalt ist und sie Hunger haben. Ältere Tiere stoßen den Laut aus, um Unsicherheit oder Unterwerfung auszudrücken. Kaninchen fiepen genüsslich während sie aus Wassernäpfen trinken – hierbei klingt es, als würde das Kaninchen leise quietschen.

Knurren & Scharfes Fauchen

Mit dem scharfen Fauchen wollen Kaninchen symbolisieren, dass die Tiere in Kratz- und Beißstimmung sind. Ein Artgenosse muss höchstwahrscheinlich von dem Kaninchen die Erfahrung machen, das sich dieses das Verhalten nicht gefallen lässt. Knurren Kaninchen eher kurz und fangen sie dann an zu grunzen, dann befürchten die Tiere einen Angriff und werden aggressiv. Häufig stoßen die Kaninchen die Laute aus Angst aus, das Kaninchen handelt dann aus Notwehr. Grundsätzlich gilt, je höher der ausgestoßene Laut ist, desto unsicherer ist auch das Kaninchen. Das Knurren eines verängstigten Tieres, das von dem Besitzer in eine Ecke gedrängt wird, hört sich eher wie ein Fiepen an, während ein aggressives Tier sehr tiefe Laute ausstoßen kann. Meistens wird das Knurren von Pfötchenschlagen oder Zwicken/Beißen begleitet und ist als Drohgebärde zu verstehen. Das Tier verteidigt zum Beispiel die Jungtiere oder ein Kaninchen, das auf die Mahlzeit der Artgenossen neidisch war. Der Rammler stösst nach dem Deckakt auch ein lautes Knurren aus.

Mahlen mit Zähnen

Das Mahlen mit den Zähnen oder leises Knirschen ist ein Zeichen, dass sich Kaninchen gerade sehr wohl, gut und entspannt fühlen.  

Starkes und Leises Zähne knirschen

Das Kaninchen hat große Schmerzen, wenn es laut mit den Zähnen knirscht – häufig hat das Tier Fressunlust und ist sehr träge. Meistens ist das Kaninchen angespannt, apathisch und hat einen trüben Blick. Leises Knirschen drückt aus, dass sich das Kaninchen sehr wohl fühlt, wobei diese Lautsprache oftmals nicht wahrgenommen wird, da es so leise ist und deshalb leicht überhört wird.

Schmatzen und Schnarchen

Kaninchen sind echte Genießer und wenn ihnen etwas schmeckt, dann kann es vorkommen, dass sie laute Schmatztöne von sich geben. Schmatzen die Tiere trotzdem, auch wenn sie keine Nahrung zu sich nehmen, dann haben sie Zahnprobleme. Der Tierarzt sollte dann die Schneide- und Backzähne kontrollieren. Wenn Kaninchen einen tiefen Schlaf haben, dann kann es vorkommen, dass sie schnarchen, was man aber nicht mit einem Röcheln verwechseln darf. Das Röcheln kommt im wachen Zustand und das Schnarchen im schlafenden Zustand vor. Meistens röcheln Kaninchen bei Stress und es könnte auf ein gesundheitliches Probleme der Atemwege oder gar auf einen Herzfehler hinweisen.

Klopfen und Trommeln

Kaninchen klopfen, trommeln oder stampfen sogar auf dem Boden mit den Hinterläufen, um zu zeigen, dass sie sich bedroht fühlen, Angst haben oder etwas gegen ihren Willen geschieht. Viele Chefkaninchen wie gerade Mütter klopfen auch, um zu zeigen, wer hier das sagen hat. In der Natur ist solch ein Laut ein Warnsignal für die Artgenossen: Versteckt Euch im nächsten Erdloch, der Feind ist ganz nah. Bei Einzelhaltung kann Klopfen auch Einsamkeitsgefühle ausdrücken oder auch Angst, wenn der Mensch das Kaninchen zu sehr festgehalten hat. Artgenossen die ein Trommelgeräusch vernehmen, werden hellhörig und wachsam.

Kreischen

Kaninchen sind stress- und schmerzempfindliche Kleintiere, sehr starke Schmerzen oder große Angst können die Tiere mit Kreischen ausdrücken. Man sollte Stresssituationen aller Art vermeiden und Gefahren unterbinden, ein Kaninchen bekommt beispielsweise Panische Angst wenn es irgendwelche körperlichen Verletzungen erleidet. Wenn ein Greifvogel das Kaninchen von oben packt und diesem wehrlos ausgeliefert ist, kann dies in der Natur durch einen Fressfeind verursacht werden. Der Angriff eines Hundes kann ebenso enorme Angst auslösen, so dass die Kaninchen anfangen zu kreischen. Im Haushalt können verschiedene Ursachen dafür verantwortlich sein, unter anderem Unachtsamkeit beim Auslauf (Einklemmen beim Tür-Öffnen) oder auch falscher Umgang.

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