Schnupfen bei Kaninchen

Woran erkennt man Schnuupfen und Erkältungen bei Kaninchen?

Erste Anzeichen für Atemwegserkrankungen ist ein meist gelegentliches Niesen, das sich recht schnell in regelrechten Niesattacken ausweitet, die sich irgendwann anhören, als würde das Kaninchen husten oder hätte einen Fremdkörper im Hals. Sekret fliesst im fortgeschrittenen Stadium aus der Nase, das zuerst klar, später weißlich-gelb gefärbt ist. Bei den Niesattacken und durch die verstopften Atemwege bekommen die Kaninchen schlecht Luft und versuchen sich die Nase zu putzen, um wieder besser atmen zu können. Das Sekret verteilen sie nicht nur rund um die Nase, sondern auch an den Vorderpfoten, das Fell sieht verklebt aus und ist feucht. Der Erreger wird oft über Vorderpfoten in die Augen beim Putzen übertragen, so dass eine Entzündung mit Ausfluss entsteht. Recht schnell kommt es auch schon bei leichten Schnupfensymptomen wie beispielsweise Niesen neben einer Entzündung der Atemwege auch zu einer Entzündung der Lunge, diese führen bei Nichtbehandlung zum Tod. Die Erkrankung schwächt das Kaninchen stark, das Allgemeinbefinden verschlechtert sich zunehmend, dadurch werden viele Folgekrankheiten ausgelöst. Zudem verliert das Tier an Gewicht, wird apathisch, frisst nicht mehr oder verstirbt sogar. Die Erkrankung kann sich im ganzen Körper ausbreiten und zu eitrigen Entzündungsherden vieler Organe führen.

Die auslösenden Erreger

Die auslösenden Erreger sind bei Kaninchen allgegenwärtig, sehr viele Kaninchen tragen sie bereits in sich, ohne jemals zu erkranken. Um einen Schnupfen auszulösen, reicht die Infizierung mit den Bakterien nicht aus, viel entscheidender sind für die Erkrankung die Auslöser, wie beispielsweise Stress durch falsche Handhabung, Vergesellschaftungen, unharmonische Gruppen, Neuzugänge, Umzug, ein geschwächtes Immunsystem, Impfungen, schlechte Haltungsbedingungen, schlechte Hygiene und eine übervorsichtige Ernährung mit wenig Pflanzen, die ätherische Öle beinhalten.

Hat das Kaninchen nur eine Erkältung oder einen Kaninchenschnupfen?

Kaninchen können sowohl an einer Erkältung erkranken, die unbehandelt chronisch werden kann, aber auch an den seuchenhaften Erregern des Kaninchenschnupfens. Man kann den Schnupfen beim Kaninchen nicht mit einer Erkältung beim Menschen vergleichen, da der Schnupfen beim Kaninchen meistens durch Bakterien ausgelöst wird und nicht durch Viren. Haupterreger des Schnupfens sind Pasteurella multacida und Bordetella bronchiseptica. Es sind immer mehrere Erreger gleichzeitig beteiligt, wozu auch Streptokokken, Staphylokokken, Hämophilusarten und Pseudomonas gehören. Ebenfalls werden als Viren und Mycoplasmen als Mit-Erreger vermutet. Als Laie lässt sich nicht erkennen, ob es nun ein harmloserer Schnupfen oder die recht aggressiven Erreger des Kaninchenschnupfens sind. Es ist möglich beim Tierarzt einen Nasenabstrich zu machen – so kann man die Erreger bestimmen, es ist aber bewiesen, dass diese Abstriche zu keinem brauchbaren Ergebnis führen, da sie oft nur einen Teil oder keine Erreger zeigen. Viele Erreger sitzen nur in den oberen Atemwegen, ein Abstrich von dort kann nur unter Narkose durchgeführt werden und hilft nicht wirklich weiter, denn die Behandlung wird von den Erregern unabhängig symptomatisch durchgeführt. Die Symptome sind für den Tierarzt wichtig, um die Diagnose stellen zu können, danach wird er abwägen, welche Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll sind, dabei wird auch immer die Lunge abgehört, um die häufig mit auftretenden Lungenentzündungen auszuschließen. Andere Ursachen für Niesen, Ausfluss und Niesattacken sind Allergien auf Staub, Einstreu Heu, Stroh oder andere Stoffe aus der Umgebung. Überprüfen kann man dies indem man mit Decken oder Handtüchern einstreut und das Kaninchen mit frischer Wiese füttert oder das Heu in einen Baumwollbeutel mit kleinen Löchern anbietet. Das Heu sollte zudem nicht im Raum ausgefüllt werden, sollte es sich um eine Allergie handeln, kann eine Behandlung mit Enzymkomplex und Xanthium erfolgen. Ursachen können auch sehr trockene Raumluft oder extrem trockenes oder heißes Wetter sein. Durch Zahnerkrankungen oder einer Erkrankung des Tränennasenkanals kommt es zu einem chronischen Nasenausfluss.

Wann muss man zum Tierarzt?

Sobald erste Anzeichen für einen Schnupfen auftreten ist es unumgänglich, diese sehr ernst zu nehmen, man sollte keinesfalls abwarten ob es wieder von alleine weg geht, sondern ungehend mit der Behandlung anfangen. Wenn das Kaninchen nur gelegenlich niest, aber keinen Nasen – oder Augenausfluss hat, kann man drei Tage lang mit einem natürlichen rein pflanzlichen Antibiotikum gegen Bakterien, Viren und Pilzen der Atemwege und harnableitenden Organe behandeln. Es ist frei in Apotheken verkäuflich, wobei die Tagesdosis für Kaninchen bei mindestens 5- 10 Tabletten liegen sollte, da es ansonsten nicht wirkt, werden die Tabletten im Wasser von ihrer Schutzschicht befreit, die sich recht leicht abwischen lässt. Das Mittel wird von vielen Kaninchen sehr gerne als Leckerli gefressen, ansonsten kann es mit wenig Wasser aufgelöst und dann mittels nadelloser Spritze ins Maul verabreicht werden, mit zerdrückter Banane wird es noch schmackhafter gemacht. Tritt innerhalb der nächsten 3 Tage keine Besserung ein, sollte man umgehend den Tierarzt aufsuchen. Je früher erfolgreich behandelt wird, desto höher sind auch die Chancen, dass die Behandlung Erfolg hat.

Die Behandlung

Bei Nasenausfluss sollte man als erstes die Nase gründlich reinigen und Krusten lösen, zudem werden sie mit einem speziellen, tierärztlichen Verfahren gespült, zusätzlich können Schleimlöser eingesetzt werden. Babynasensauger aus der Apotheke können anschließend verwendet werden, damit die Nase freigehalten wird. Eine verstopfte Nase führt sehr schnell zur oft tödlichen Lungenentzündung!

In manchen Fällen wird direkt ein Antibiotikum verordnet, allerdings wirkt dieses nicht immer, da manche Erreger bereits gegen den Wirkstoff resistent sind, weil es oft verordnet und teils zu kurz gegeben wird. Ein Antibiotikum, das fast immer gegen Schnupfen wirkt, ist Penicilin, allerdings darf es ausnahmslos gespritzt und niemals oral gegeben werden, zudem nur bei Tieren mit gesunder Verdauung. Bei vielen Kaninchen wirkt auch Chloromycetin sehr zuverlässig.

Um sicher zu gehen, sollte bei schwereren Verläufen ein Abstrich aus der Nase genommen werden, mittels dem dann ein Antibiogramm erstellt werden kann, das anzeigt, welche Antibiotika am besten die Erreger abtöten und gegen welche die Bakterien bereits immun sind. Man sollte bei besonders schweren Verläufen darauf bestehen, dass ein Antibiogramm gemacht wird, da viele Antibiotika völlig wirkungslos sind und die Behandlungsversuche mit nicht wirksamen Antibiotika viel kostbare Zeit verschwenden. Man sollte jedoch beachten, dass im Abstrich nicht oft alle Erreger erfasst werden und somit das Antibiogramm nicht aufschlussreich ist.

Wird mittels Abstrich ein wirksames Antibiotikum ermittelt, kann dieses eingesetzt werden. Konnte man mit anderen Mitteln in der Zwischenzeit die Symptomatik bereits stark abmildern, so ist ein Antibiotikum überflüssig, ansonsten ist der Einsatz eines Antibiotikums sehr wichtig.

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