Wie viel Strafe muss bei einem Hund sein?

Die Frage die sich einem Hundehalter stellt ist die, wie man mit unerwünschtem Verhalten umgeht bzw. die Hunde bestraft. Dieser Artikel soll Ihnen verdeutlichen, dass es auch andere Mittel wie beispielsweise Konsequenz als Strafe gibt und dass es so viel einfacher ist, einen jungen Hund zu erziehen und ihm seine Grenzen aufzuzeigen, anstatt ihn zu quälen bzw. demütigen:

1. Regel Leichtkontakt

Es gibt weder Halbherzigkeiten noch Ungerechtigkeiten wenn ein Welpe beim übertreten einer Grenze erwischt wird. Die Strafe sollte hier immer sofort und unmittelbar erfolgen und vor allem ohne Verletzungen. Wenn Ihnen der Welpe ständig in die Socken beißt, sollten Sie ihm klarmachen, dass Sie das nicht wünschen, indem Sie ihn mit der Wasserspritzpistole oder Klapperpistole bestrafen. Warnen Sie ihn mit einem geknurrten „Aus“ und wenn er nicht drauf reagiert, sollten Sie ihn mit einem sogenannten Schnauzengriff zur Vernunft bringen, wobei dieser schnell und beeindruckend passieren sollte. Man sollte allerdings aufpassen, da es passieren kann, dass sich der Hund wegen des Angriffs auf ihn wehrt. Es könnte unter Umständen für den Halter sehr schmerzhaft werden. Der Vorteil ist aber: Der Welpe lernt Vertrauen in seinen Hundehalter und zeigt ihm Achtung als soziales Rudelmitglied.

2. Regel Der Kampf ist vorbei, wenn das Handtuch geworfen wird

Jeder Hund bringt seine eigenen Charaktereigenschaften mit, wie beispielsweise Sensibilität, ein Draufgänger, der Wehleidige und der Aufmerksamkeitsfordernde. Damit wir unser Verhalten anpassen können ist es einzig und allein die hohe Kunst der Hundeerziehung den Charakter des Einzelnen zu erkennen. Dazu gehört, die oft bezeichneten Beschwichtigungssignale zu kennen. Wir geben den Welpen immer eine Chance auf uns zu reagieren. Am Schuhnagendem Welpen würde das bedeuten, dass man die Reaktion abwartet und falls diese ausbleibt kommt der nächste Schritt, solange bis die Lektion auch verstanden wurde. Ruhig, Konsequent und Souverän heißt hier die Regel.

3. Regel Wer sich nicht im Griff hat, der muss in die Ecke

Wenn Sie total sauer auf ihren Hund sind, dann sollten Sie niemals überreagieren, da dies Hunde als Schwäche bzw. Unsicherheit abtun. Sätze wie “ Was habe ich dir vorher noch gesagt“ gehören einfach nicht in die Hundeerziehung, sind also völlig fehl am Platz. Das schlimmste ist, dass die Hunde kein Vertrauen zu ihnen aufbauen, wenn Sie nur laut werden.

4. Regel Inkonsequenz wird sofort bestraft

Ein Welpe testet seine Grenzen aus, wie weit er bei dem Hundehalter gehen kann – ist ja völlig normal. Gestalten Sie als Bestrafung niemals die Spielregeln nach ihrer Laune, indem Sie beispielsweise ihm das Sofa verwehren, das Sie dem Welpen vorher bei guter Laune gestattet hatten. Sie erhalten damit einen weiteren Abzug in der Rudelführerskala, da die Hunde genau feststellen, dass man Ihnen nicht trauen kann. Bleiben Sie lieber konsequent, um den Welpen nicht in Unsicherheit aufwachsen zu lassen. Sehr hilfreich wäre es, wenn Sie vorher mit den Familienmitgliedern einen Regelkatalog zusammen erstellen, nach dem sich die Hunde dann nachher richten sollen.

5. Regel: Das ausbleiben einer Lernstrafe wirkt selbstbelohnend für Hunde

Im Rudelgeschehen ist es so, dass grundsätzlich Grenzen und Rituale eingehalten werden müssen. Unter Hunden herrscht die Regel: Was klappt ist richtig- sie lernen also durch Erfahrung. Wenn den Hunden etwas weh tut oder unangenehm ist, dann lässt man es ganz oder ist dementsprechend vorsichtiger. Hat der Hund bei einem bestimmten Verhalten Erfolg kann man davon ausgehen, dass er dies auch wiederholen wird. Lieber konsequent die Regeln aufstellen, denn eine kleine Unaufmerksamkeit wird von dem Hund als Schwäche abgetan.

6. Regel: Nur Strafen ist nicht

Wenn ein Hund einen Fehler gemacht hat, dann sollten wir ihm dies nicht durch Schläge zeigen, sondern wie er es besser machen bzw. vermeiden kann. Oft werden Bestrafungen – wenn Sie zu spät erfolgen – mit der vorherigen Aktion verbunden und das kann sich für den Hundehalter schlecht auswirken. Ist der Hund beispielsweise abgehauen und kommt wieder zum Halter zurück, denkt der Hund bei einer zu spät erfolgten Bestrafung, dass es schlecht war, wiederzukommen. Besser wäre es, ihn zu loben, dass er wieder da ist.

Was sollte man bezüglich Strafen beachten?

1) Hunde sollte man nicht schlagen, lieber bestimmte Wörter wie Nein oder Aus betonen.

2) Man kann Hunde ignorieren, statt sie zu misshandeln.

3) Wenn man bestraft, dann sollte man dies sofort machen und nicht erst verzögert. Der Hund kann diese Reaktion vom Halter sonst nicht zuordnen.

4) Bevor er etwas verbotenes anstellt, sollte man konsequent nein sagen.

5) Eine Bestrafung für Dinge, die schon Stunden zurückliegen sollte unterlassen werden, da diese vom Hund nicht verstanden wird.

6) Komplett vermeiden sollte man das Nackenschütteln, da dieser Übergriff für den Hund bedeutet, dass man ihn töten möchte. Meistens greift der Hund seine Beute an einer empfindlichen Stelle wie den Nacken an, und schüttelt, würgt oder beißt bis zum Tode des Tieres (ist auch bei Wölfen so üblich). Oftmals wird in den Foren behauptet, dass würde die Mutter immer so mit ihren Welpen machen, was komplett falsch ist. Hundemütter packen ihre Welpen im Nacken um sie zu tragen, schütteln sie aber nicht durch und haben auch nicht die Absicht, ihre Welpen zu töten. Mit dem Nackenschütteln symbolisieren Sie ihrem Hund, dass er Ihnen nicht vertrauen kann. Das möchten Sie ja wohl nicht erreichen oder?

Fazit: Lieber konsequent mit dem Hund umspringen, als ihn mit Strafen und Gewalt erziehen. Oder wollen Sie einen Hund, der ständig Angst vor Ihnen hat und die Rute einzieht? Nein? Also dann halten Sie sich auch an die hier erteilten Ratschläge.

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