Revierverhalten der Katzen
Jan
Wildkatzen leben als Einzelgänger und sind stets darauf bedacht, ihren Jagdinstinkten nachzugehen. Wie groß ein Terrarium ist, hängt immer von den Tieren ab, die sich dort aufhalten. Hauskatzen sind meistens daran gewöhnt mit anderen Katzen unter einem Dach zu leben. Die Größe des Reviers ist jedoch für Wohnungskatzen nicht wichtig, da sie in der Wohnung genügend Möglichkeiten haben, Nahrung zu sich zu nehmen. Wildkatzen müssen sich ihr Futter erst mühselig zusammen suchen.
Das Revierverhalten wird besonders deutlich, wenn fremde Katzen ihr Revier gegenüber anderen Katzen streitig machen, weil sie sich mit anderen weiblichen Katzen verpaaren wollen. Die Bisse, die durch Revierkämpfe entstehen, übertragen gefährliche Keime und begünstigen Infektionskrankheiten wie Katzenaids. Nicht kastrierte Kater sind besonders gefährdet und setzen sich durch ihr pubertäres Verhalten auch zusätzlichen Gefahren aus – sie werden schneller im Straßenverkehr von Autos überrollt. Kastrierte Kater oder Katzen leben also wesentlich sicherer.
Hauskatzen haben sich mittlerweile an die Enge der Straßen in den großen Städten angepasst und sind mit den Wegenetzen in den Gärten und Höfen vertraut. Jede Katze hat ihr eigenes Wegenetz. Wenn sich Katzen unterwegs über den Weg laufen, kommt es nicht selten zu blutigen Kämpfen. Natürlich kann es auch passieren, dass die beiden Katzen sich nur feindselig anblicken, dann aber wortlos von dannen ziehen. Die Katzen müssen sich nach einem verlorenen Kampf ein neues Revier suchen und dürfen sich nur dort aufhalten, wenn sie den Kampf gegen die anderen Katzen gewinnen.
Sind sich Katzen freundlich gesinnt, so putzen sie sich gegenseitig sauber. Artgenossen, die den Katzen bekannt sind, werden geduldet, wenn sie gerade ihr Revier durchqueren. Katzen, die sich feindlich gesinnt sind, fauchen, wetzen ihre Krallen und geben grollende Töne von sich.
Katzen hinterlassen Duftnoten, um ihr Revier zu markieren und um anderen Katzen Informationen über ihr Geschlecht, Status, Alter und Gesundheitszustand zu verraten. Reibt sich eine Katze mit dem Schwanz an dem Bein eines Menschen, hinterlässt diese auch ihre ganz eigene Duftnote. Auch wenn Katzen ihre Pfoten und Krallen an den Bäumen reiben, hinterlassen sie ihre Duftnoten.
Es gibt aber auch vorwitzige Katzen, die ihre Macht demonstrieren wollen, indem sie erst die Katzen verfolgen, in fremde Wohnungen eindringen und schließlich rangniedrigere Katzen bedrohen. Das endet meistens damit, dass die vorwitzigen Katzen sich am Futternapf der rangniedrigeren Katzen bedienen und ihre Duftmarken markieren. Gestatten Sie ihrer Katze nur einen Freilauf, wenn Sie selber auch zuhause sind. Dann können Sie auch nicht eingeladene Katzen schneller vertreiben.
Der Garten sollte zudem katzensicher eingezäunt werden, am besten engmaschig, so dass fremde Katzen niemals auf das Gelände kommen können. Ein eingezäuntes Stück, das vom Küchenfenster gut zu sehen ist, wäre dennoch besser.