Hundehaltung im Zwinger

Es gibt viele Aspekte zu bedenken, bevor ein zukünftiger Tierhalter einen Hund als Heim- und Haustier erwirbt. Die Frage nach einer geeigneten Unterbringung sollte ganz oben auf der Liste der möglichen Punkte stehen. In jedem Fall sollte die Zwingerhaltung bei größeren und lebhafteren Rassen der Stubenhaltung vorgezogen werden. Auch kleinere Hunde können in der Regel problemlos in einem Hundezwinger untergebracht werden. Die Zwingerhaltung stellt für die meisten Hunderassen die bessere Unterbringungsmöglichkeit dar und trägt zur Vitalität und Lebensfreude der Tiere bei. Man sollte jedoch bedenken, dass die Hunde höchstens 2 Stunden im Zwinger verbringen sollten und niemals mehr als 3 Stunden, schließlich müssen die Tiere sich an der frischen Luft ohne Gitter austoben und sich entfalten können.

Hund im Tierheim
Was bedeutet eigentlich der Begriff Zwinger?

Der Begriff Zwinger ist seit dem Mittelalter geläufig. Reste von alten Stadtmauern kann man heute in vielen Städten bestaunen und die eine oder andere mittelalterliche Burganlage wird jeder schon einmal besichtigt haben. Viele dieser Befestigungsanlagen waren neben der eigentlichen Hauptbefestigungsmauer mit einer Zwingermauer ausgestattet. Der freie Zwischenraum, der sich zwischen Vormauer und der eigentlichen Hauptmauer befand, wurde auch als Zwinger bezeichnet. Ganz sicher ist man sich nicht wie der Name sich zusammen setzt, entweder weil die Angreifer erst einmal die Vormauer bezwingen mussten oder weil angreifende Feinde zwischen den beiden Mauern leichter bezwungen werden konnten. In den gemauerten Begrenzungen wurden auch Bären oder anderes wehrhaftes Getier gehalten. In beiden Fällen bedeutet ein Zwinger eine Einfriedung einer freien Fläche, aus dem die Feinde oder Tiere nur schwer ausbrechen konnten. Der Begriff Hundezwinger wird bis heute bei der Haltung von Hunden verwendet.

Vorteile der Zwinger

Den meisten Hunden beschert die Zwingerhaltung gegenüber der Wohnung gehaltenen Artgenossen eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankungen und die Tiere sind leistungsfähiger. Bei Hunden die in der Wohnung gehalten werden gerät öfters der biologische Rythmus durcheinander. Diese Tiere haaren dann nicht mehr zu einer bestimmten Jahreszeit, sondern mehr oder weniger unregelmäßig über das Jahr verteilt. Fell und Haut verlieren einen Teil ihrer Schutzfunktion, was anders bei Hunden in der Zwingerhaltung ist. Wenn die Temperaturen wieder sinken, so reichern die Hunde im Zwinger die Fettschicht des Unterhautbindegewebes an und das Haarkleid bildet eine dichtere Unterwolle aus. Die Tiere werden vor winterlichen Temperaturen durch diese Methoden geschützt und man kann getrost auf gestrickte Jäckchen verzichten.

Die Hunde können sich im Hundezwinger einfach besser bewegen und das wirkt sich auf die Kondition der Tiere aus. Natürlich brauchen die Hunde auch Ausläufe, dennoch ist es ein Unterschied wie sich die Tiere in der restlichen Zeit bewegen können.

Was ist nicht artgerecht und was artgerecht?

Nicht artgerecht ist die ständige Unterbringung eines Hundes in einem kleinen Zwinger ohne angrenzenden Auslauf und ohne regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen und zu menschlichen Haltern. Eine artgerechte Zwingerhaltung ist die Haltung in einem geräumigen Zwinger mit angrenzendem Auslauf, wie ein eingefriedeter Hof oder Garten. Die Zwingertür sollte nur zeitweilig verschlossen werden und nicht permanent.

Was sollte man den Hunden gewähren?

Außerhalb der Ruhezeiten sollte der Zugang zum häuslichen Wohnbereich den Hunden bei Anwesenheit der menschlichen Rudelmitglieder gewährt werden. Den Tieren sollte man eine Kontaktaufnahme zu Artgenossen ermöglichen, wenn regelmäßig Unternehmungen durchgeführt werden. Der Aufenthalt an Gewässern sollte nur mit eingeplant werden, wenn die Hunde dies bevorzugen, da nicht jede Hunderasse Gewässer mag. Wenn man den ganzen Tag arbeiten muss oder selten für einen Hund Zeit hat, sollte man sich überlegen, ob es nicht besser wäre, einen zweiten Hund anzuschaffen. Wie schon erwähnt, sollte ein Hund nicht permanent im Zwinger gehalten werden. Das ist Tierquälerei- dann schafft man sich am besten gar keine Hunde an, wenn man ihnen keine Zeit widmen kann.

Wann spricht man nicht mehr von einem Zwinger?

Ab einer gewissen Größe und bei artgerechter Gestaltung des Inneren und dem vorhandenen angrenzenden Auslauf wird nicht mehr von einem Zwinger gesprochen, sondern von einem Gehege.

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