Rex

Rex - die Meerschweinchenrasse

  • Fell: Kurzhaar
  • Farbe: alle
  • Besonderheiten: raues, stehendes Fell
Allgemeines

Rexe kommen ursprünglich aus England und entstanden dort als Nachkömmlinge von roten Holländern. Das Rex-Meerschweinchen ist durch sein gekräuseltes Fell bekannt, wobei die Haare vom Körper senkrecht abstehen und in sich gedreht sind, so dass sie ein wenig an einen Korkenzieher erinnern. Das Fell sieht sehr stachelig aus, ist aber sehr weich. Bei den Rex-Meerschweinchen handelt es sich angeblich um eine englische Mutation, wobei es sich bei dem US-Teddy-Meerschweinchen wirklich um eine Mutation handelte, die erstmals in Amerika auftrat. Verschiedene Gene sind bei den Rassen für die Kräuselung des Haares verantwortlich.

Aussehen

Die Rex-Meerschweinchen haben ein kurzes, gekräuseltes und senkrecht abstehendes Fell und das Haar ist elastisch. Das Fell ist überall gleich lang und es dürfen im Fell keine Wirbel vorhanden sein. Der Farbunterschied zwischen Deck- und Unterfarbe ist ausschlaggebend bei dem Meerschweinchen und trotz genetischer Unterschiede sind sich Rex- und Teddy-Meerschweinchen aus Amerika ähnlich, sie sehen aber nicht gleich aus. Der Körperbau ist breit, kräftig, gut bemuskelt und die Schultern gehen gleichmäßig in den Rücken über. Die Hinterpartie ist abgerundet und schwanzlos, wobei die Augen groß, rund und glänzend sind. Die Ohren sind sehr fleischig, waagrecht angesetzt und werden hängend getragen. Vom Verband sind die Farben und Zeichnungen Schokolade, Lilac, Schildplatt und Goldagouti anerkannt.

Charakter

Die Tiere sind sehr liebenswert, ruhig und gemütlich wie ein Kaltblutpferd, es gibt keine Hektik, Unruhe oder nervöses Gezappel. Wie alle Meerschweinchen ist auch diese Rasse zuerst scheu und ängstlich, im Laufe der Zeit gewöhnen sich die Tiere aber an den Besitzer. Bei allein lebenden Exemplaren sollte man sich intensiv um sie kümmern, da die Meerschweinchen normalerweise in Familienverbänden leben. Werden die Tiere artgerecht gehalten, so lassen sich diese mit vielen zärtlichen Streicheleinheiten verwöhnen und man wird über viele Jahre sehr viel Freude mit den Tieren haben. In der Regel können die Meerschweinchen vier und acht Jahre alt werden und bei guter Haltung sogar 10 Jahre.

Haltung und Zucht

Die Meerschweinchen können im Garten und auch in der Wohnung gehalten werden. Für zwei Tiere sollte die Käfiggröße mindestens 120 x 60 cm betragen, wobei ein solches Gehege auch mehrstöckig angelegt werden kann. Die Meerschweinchen benötigen täglich Auslauf entweder in der Wohnung oder im Garten. Man richtet das Gehege mit einem Futter- und Trinknapf aus, einem Schlafhäuschen, das so groß sein sollte, dass mehrere Tiere darunter liegen können. Neben einem gut gestalteten Gehege sollte den Meerschweinchen natürlich auch eine gesunde Ernährung ermöglicht werden, wozu hochwertiges Heu, Frischfutter und kleine Mengen Trockenfutter gehört.

Weibliche Meerschweinchen sind schon mit 6 Wochen geschlechtsreif und mit etwa 4-6 Monaten zuchtreif, Männchen werden schon mit 6-8 Wochen geschlechtsreif, sollten aber erst mit ca. 4-6 Monate zur Zucht eingesetzt werden. Das Weibchen ist nach erfolgreicher Paarung ungefähr 68 Tage trächtig und bringt ca. 7 Jungtiere zur Welt. Meistens findet die Geburt in den frühen Morgenstunden oder auch nachts statt und dauert eine halbe bis eine Stunde. Meerschweinchen werden als Nestflüchter vollständig behaart und mit bleibenden Zähnen geboren und können bereits sehen und hören. Die Tiere nehmen nach wenigen Stunden bzw. Tagen neben der Muttermilch feste Nahrung wie Heu und Trockenfutter auf. Von der Mutter lernen die Nager ein gesundes Sozialverhalten, wobei es auch möglich ist, dass mehrere Mütter mit gleichaltrigen Jungtieren zusammen gehalten werden. Untereinander vertragen sich die Weibchen gut und ziehen ihre Würfe dann sogar gemeinsam auf. Denken Sie daran, dass die Jungen mindestens 3-4 Wochen bei der Mutter bleiben müssen, wenn nicht noch länger.

Zuchttiere, die eine robuste und stabile Gesundheit ohne Erbkrankheiten aufweisen müssen vom Züchter erstmal darauf überprüft werden, ob die Fellbeschaffenheit in Ordnung ist. Bis zu 18 Monate Entwicklungszeit kann dies bei einem Rex beanspruchen, so muss man also viel Zeit, Geduld und auch Geld investieren. Warum es nur wenige Züchter dieser Rasse gibt, lässt sich hierdurch erklären, zudem benötigt man viele Jahre, um dem angestrebten Zuchtziel nahezukommen und die rassetypischen Merkmale wie Haaranlagen weiterzuentwickeln. Die Folge daraus ist, dass man die Tiere zum Wohle und Erhalt der Rasse dann nicht für die Zucht einsetzt. Ältere Tiere zu vermitteln ist daher leider nicht mehr ganz so einfach, obwohl Meerschweinchen durchaus alt werden können. Einigen wenigen engagierten Liebhabern und Züchtern ist es zu verdanken, dass es die Rasse noch gibt, ansonsten wäre sie fast vom Aussterben bedroht.

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