Häufig auftretende Krankheiten bei Leguanen

Durch Unachtsamkeit des Pflegers kann sich ein Leguan böse Verletzungen hinzuziehen (Quetschungen an der Schiebetür, Verbrennungen an Heizungen/Beleuchtungen).

ein kranker LeguanDie Tiere geraten öfters in Streit und da sind Risswunden schon vorprogrammiert. Diese sind aber in der Regel innerhalb weniger Wochen bereits verheilt. Man sollte aber nichts dem Zufall überlassen und bei Verbrennungen, Wunden, Knochenbrüchen wirklich sofort den Tierarzt aufsuchen.

Milben

Grüne Leguane leiden öfter an einer Milbenkrankheit. In manchen Fällen ist das Problem mit einem Hundeflohhalsband behandelbar, das man für 2 – 3 Wochen  ins Terrarium hängt (fragen Sie unbedingt vorher Ihren Tierarzt). Bei auftretenden Vergiftungserscheinungen wie Krämpfen, Apathie, Nahrungsverweigerungen sollte man aber die Behandlung sofort abbrechen und einen Tierarzt aufsuchen. Bei Jungtieren sind Todesfälle zwecks Hundeflohhalsband bekannt, starten Sie also keine Behandlung im Alleingang, sondern sprechen Sie mit einem auf Reptilien spezialisierten Tierarzt. Milbenbehandlungen dauern meistens länger, da die Milben ihre Eier in Dekorationsgegenständen ablegen und die Larven nach kurzer Zeit schlüpfen.

Wurmerkrankungen

Um den Erkrankungen vorzubeugen, sollte man den Kot der Leguane untersuchen. Der Tierarzt wird in diesem Fall eine Wurmkur anordnen und man sollte keine eigenen Experimente wagen. Wurmerkrankungen infizieren sich auch mit der Magen-Darmgegend  und aufgrund der anhaltenden Schmerzen sind die Tiere sehr geschwächt. Andere Verhaltensformen während der Krankheit sind Apathisches Verhalten, Durchfall, Verstopfung. Bei Nichtbehandlung der Symptome führen die Erkrankungen zum Tode.

Erkältung /Lungenentzündung

Das Niesen der Leguane ist eine ganz natürliche Reaktion und keine Krankheit.  Handelt es sich jedoch um eine Erkältung bzw. Lungenentzündung, sind die Mäuler der Leguane schleimig und blass/grau gefärbt.  Als Behandlungsmittel werden ätherische Öle empfohlen, die die Tiere inhalieren müssen. Vitamin C und Multivitamin sind sehr gute Medikamente, die Ihnen Ihr Tierarzt wahrscheinlich empfehlen wird.

Maulfäule

Maulfäule kann auch in direkter Verbindung mit Lungenentzündung auftreten. Symptome sind Schleimbildung im Mund- und Rachenbereich. Die Krankheit kann aber auch auftreten, wenn die Leguane sehr gestresst sind (Paarungszeit, Trächtigkeit). Behandelt man die Symptome nicht, verweigern die Leguane die Nahrung, was zur Folge hat, dass die Schleimhaut stark vereitert ist. In diesen Fällen muss Antibiotikum verschrieben und die käsig eitrigen Stellen mit Wattestäbchen und Antiseptika beim Tierarzt behandelt werden.

Ekzeme

Ekzeme (Schwellungen zwischen Auge und Ohr) treten auf, wenn die Leguane mit einem Sandkörnchen oder einem anderen Fremdkörper in Berührung kamen. Der Tierarzt sollte umgehend aufgesucht werden, der die Schwellung betäuben kann. Der Inhalt und die Hülle können mit einem Schnitt direkt entfernt werden. Die Wunde wird mit einem Antibiotikum behandelt, damit eine rasche Heilung und ein Wundverschluss gewährleistet ist. Diese Behandlung wird solange wiederholt, bis die Schwellung verschwindet.

Schwanznekrose

Unter einer Schwanznekrose versteht man eine Schwärzung bzw. Vertrocknung der Schwanzspitze. Sie sollten sofort einen Tierarzt aufsuchen. Bei einer trockenen Nakrose wird eine Schicht zwischen totem und durchblutetem Gewebe gebildet und die Wunde veschließt sich wieder. Die betroffene Schwanzspitze wird alleine abfallen, wenn die Tiere wieder im Terrarium sitzen (laut Tierarzt). Die Behandlung ist aber nicht so einfach, wenn sich die Schwanznekrose entzündet hat. Der Schwanz ist stark entzündet und die Blutung kann sich zu einer Vergiftung entwickeln. Der Schwanz des Tieres kann selbst bei sofortiger Behandlung nicht mehr gerettet werden. Diese Unfälle passieren meist, wenn sich die Tiere miteinander verpaaren.

Darmerkrankungen

Diese Erkrankungen haben zur Folge, dass das Tier blutet und sehr apathisch wirkt. Man sollte das Tier in eine Überwinterungsschale mit nassem Tüchern ausstatten und sofort einen Tierarzt aufsuchen. Der sichtbare Darm (rot) unter dem Tier wird vom Tierarzt durch eine Massage und leichtem Druck mit einem Wattestäbchen wieder in die ursprüngliche Lage gebracht.

Legenot

Typische Symptome einer Legenot sind folgende: Das Weibchen hört auf zu graben, verhält sich völlig normal (wie wenn nichts wäre). 2 Wochen später wird das Weibchen anfangen zu graben. Vor diesem Zeitpunkt hat das Weibchen die Nahrungsaufnahme vollkommen eingestellt. Zu dieser Zeit ist die Schwanzwurzel völlig eingefallen. Man sollte den Tieren eine Eiablegekiste bauen, um die Legenot bei den weiblichen Tieren zu vermeiden. Man sieht das Weibchen erst ca. 1 Woche vor Eiablage wieder für eine kurze Zeit in der Eiablagekiste graben. Man sollte jetzt überprüfen, ob die Temperatur und die Feuchtigkeitswerte in der Kiste stimmen. Das Weibchen fängt weiter an zu graben und hat sich irgendwann in der Kiste ganz eingegraben und beginnt mit der Eiablage. Nach der Eiablage ist die Echse sehr dürr, die die Ablagekiste zugräbt. Erst jetzt kann man die Eier aus der Ablagekiste holen und in einen Inkubator überführen. Besser wäre es aber, einen ortsansässigen Tierarzt die Untersuchung zu überlassen. Anhand einer Röntgenaufnahme kann der Tierarzt sehen, wie viel Eier im Eileiter noch vorhanden sind. Sollten die notwendigen Calcium-Injektionen nichts bringen, sollte der Eingriff operativ erfolgen. Dies sollte aber ihr Tierarzt entscheiden, welcher Schritt zwingend notwendig ist.

Verstopfung

Verstopfungen passieren, wenn die Leguane etwas falsches gegessen oder etwas vom Bodengrund verschluckt haben. Bei Verstopfung hilft ein warmes Bad, das Wasser darf dem Tier aber nur bis zum Bauch stehen. Im Wasser kann sich der Leguan ordentlich entleeren. Besser wäre es aber, wenn sie direkt zum Tierarzt gehen und keine Selbstversuche anstellen.

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