Vierzehenschildkröte

  • Herkunft: Östlich des Kaspischen Meeres durch Kasachstan bis etwa Yinjiang in Westchina, südlich über Iran bis Pakistan
  • Größe: 25 cm
  • Gewicht: 2 kg
  • Lebenserwartung: über 40 Jahre
  • Nahrung: Wildkräuter wie Löwenzahn, faseriger Lauch von Blättern
Allgemeines

Die Vierzehenschildkröte wird auch Steppenschildkröte oder auch Russische Landschildkröte genannt. Sie wird deshalb Steppenschildkröte genannt, weil sie sehr steinige Landstriche oder auch Lehmsteppen bewohnt. Da die Hauptexportländer Russland und Sowjetunion waren, wurde die Landschildkröte auch Russische Landschildkröte genannt. Es gibt vier Unterarten der Schildkröte, die eine weite Region vom Kaspischen Meer, bis hin in das westliche China besiedeln. Zum typischen Lebensraum der Schildkröte zählen Wüsten, Steppenbereiche sowie Oasen, grasige Flächen, die sich in der Nähe von Quellen und Fließgewässern befinden. Man kann die Schildkröten an dem sehr ovalen und kreisrunden Panzer erkennen, der deutlich flacher als bei anderen Europäischen Schildkröten ist.

Aussehen

Die Schildkröte hat einen ovalen und kreisrunden Rückenpanzer, der etwas flacher ist, als bei anderen Testudo-Arten. Die Färbung reicht gelblich bis hin zu großen dunklen Flecken. Sehr alte Tiere haben auch einen Panzer, der gelbbraun ist. Die Schildkröten besitzen insgesamt vier Zehen. Bei Männchen ist der Panzer sehr konkav geformt und der Schwanz ist sehr dick und lang, der mit einem Hornnagel endet.

Fortpflanzung

Das Männchen nähert sich immer dem Weibchen, wann es ihm möglich ist. Der Paarungspartner umrundet die Auserkorene mit weit ausgestrecktem Hals und auf- und abnickenden Kopf. Um das Weibchen zum Stillstand zu zwingen, beisst das Männchen dem Weibchen in die Vorderbeine. Die Männchen besitzen einen sehr langen Schwanz mit einem Schwanznagel, der dem Weibchen während der Paarungszeit sehr weh tun kann und erhebliche Verletzungen verursacht. Während das Männchen eine fast senkrechte Position hinter dem Weibchen einnimmt, öffnet es gleichzeitig das Maul, um piepsende Laute auszustossen. Das Weibchen legt nach 2-4 Wochen erstaunlich große Eier ab. Nach etwa 100 Tagen schlüpfen die Kleinen aus den Eiern. Man sollte Weibchen und Männchen nach der Paarung trennen, um eine stressfreie Haltung zu gewährleisten, da die lästige Paarungslust für das Weibchen sehr unangenehm ist.

Ernährung

Die Schildkröten leiden häufig unter Fettleibigkeit. Das kann dazu führen, dass die Tiere an Leberverfettung sterben können. Schildkröten fressen auch noch bei niedrigen Temperaturen, im Frühjahr ist der Appetit der Schildkröten besonders groß. Den Schildkröten sollte eine angemessene Menge aus Wildkräutern und Heu zur Verfügung gestellt werden. Das Futterangebot sollte immer dem natürlichen Lebensraum der Schildkröten angepasst werden, im Sommer sollte die Kost sehr rohfaserreich sein. Besonders gern gefressen werden Pflanzen wie Löwenzahn, Malve, Wegerich, Klatschmohn, Brombeerblätter, Glockenblume, Lichtnelke, Wicke und Erdbeerblätter. Blätter von Weide oder Linde werden ebenso von den Schildkröten gerne angenommen. Salat sollte man nicht unbedingt füttern, nur in Ausnahmefällen. Obst und Gemüse sollte man ebenso niemals füttern. Die Tiere sind zudem auf eine ausreichende Kalziumversorgung angewiesen. Man sollte ihnen deshalb abgekochte Eierschalen zum Benagen anbieten. Der Vorteil ist, dass dadurch der Hornschnabel in der richtigen Form bleibt. Landschildkröten trinken nur sehr wenig Wasser, deswegen sollte man ihnen wasserhaltige Nahrung anbieten.

Haltung

Eine ausschließliche Terrarienhaltung würde nicht der Schildkrötenart entsprechen. Ein Freigehege mit Frühbeet wäre das Paradies für die Schildkröten. Die Umrandung des Geheges sollte in den Boden ragen, da diese Schildkrötenart gerne den Boden durchwühlt.

Überwinterung

Die Winterruhe wird bis Mitte oder Ende März durchgeführt. Optimal wäre eine Temperatur von 2-5 Grad. Meist überwintern die Tiere 4-5 Monate in sehr trockener Garten-oder Maulwurfserde. Dabei sollte die Erde noch trockener sein, als bei der Art Testudo hermanni. Ein Kühlschrank wäre auch eine gute Möglichkeit die Tiere zu überwintern. Es sollten nur gesunde Exemplare einwintern. Man sollte einige Wochen vorher die Tiere auf Parasiten untersuchen, bevor die Winterstarre einsetzt.

Sommerruhe

Die Sommerruhe ist für Schildkröten absolut notwendig, um die heißen und schwülen Tage zu überbrücken. In freier Natur geht die Sommerruhe meist nahtlos in die Winterruhe über. So eine lange Ruhezeit ist allerdings nicht empfehlenswert. Wenn sich die bereits eingelebten Schildkröten wochenlang (6 Wochen) im Sommer vergraben, sollte man sie ausgraben und ihnen zeigen, dass eine solche Ruhe nicht angebracht ist. Das kann man beispielsweise tun, indem man ihnen frisches Grünfutter anbietet. Aber: Man sollte die Schildkröten nicht direkt ausgraben, wenn sich diese erst an die neue Umgebung gewöhnen müssen. In freier Natur graben sich die Tiere große Wohnhöhlen.

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