Die Ernährung von Kaninchen

Die Ernährung von Kaninchen sollte ausgewogen sein, denn eine falsche Ernährung kann den Darm belasten und die Verdauung erheblich in Mitleidenschaft ziehen. Der Speiseplan von Kaninchen ist nicht sehr ausgefallen: Gräser, Kräuter, Blätter, Wurzeln, Baumrinden und zum Nachtisch Früchte.

Der Magen und Darm der Kaninchen

Der Magen der Kaninchen ist auf eine ausgewogene Ernährung eingestellt, da er sehr dünne Wände hat. Kaninchen besitzen keine Muskeln und können auch nichts erbrechen. Somit kann der Magen auch keine Nahrung zerkleinern oder weiter befördern. Im Dünndarm findet eigentlich die Verdauung statt und Pflanzenreste, die nur schwer verdaut wurden, werden erst im Dickdarm von Bakterien zermahlen. Der Verdauungstrakt ist 10 mal so groß, wie der Umfang des Kaninchens. Die Kaninchen sollten schon mehrmals am Tag ein paar kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, so dass die Verdauungsmaschine im Takt bleibt. Das Futter sollte niemals zu nahrhaft sein, denn das stört den Verwertungsprozess und führt zu einer schnellen Sättigung. Die Langohren werden von sogenannten Kalorienbomben krank. Deshalb sollte man schon einige Regeln beachten, um dies zu verhindern.

Heu- die Hauptnahrung der Kaninchen

Heu ist die Hauptnahrung der Kaninchen. Leider stehen uns Wiesen nicht das ganze Jahr zur Verfügung, deshalb muss man sich schon der trockenen Variante bedienen. Deshalb ist ja auch wichtig, dass man regelmäßig Nachschub an Heu im Laden um die Ecke besorgt. Heu sorgt dafür, dass die Verdauung immer im Schwung bleibt und die Zähne sich gut abreiben. Die Kaninchen bleiben durch eine Heuernährung immer schön schlank. Doch auch bei dem Heukauf kann man sehr viel falsch machen. Das Heu sollte immer grün und frisch aussehen und niemals gelblich. Gutes Heu sollte aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gräser und Kräuter bestehen. Zudem sollte Gutes Heu aromatisch duften, staubfrei sein und nicht feucht oder sogar schimmelig sein. Heu sollte man aber auch richtig aufbewahren, d.h. dunkel und trocken lagern. Wenn Sie Heu gekauft haben, nehmen Sie es aus der Verpackung und stecken es beispielsweise in alten Kopfkissenbezügen aus Baumwolle. So kann die Feuchtigkeit, die noch im Heu ist, schnell verschwinden. Lassen Sie beispielsweise das Heu in der Verpackung, so kann sich schnell Schimmel ansetzen.

Heu bekommen Sie bei jedem Bauer oder auch in Zoofachhandlungen. Testen Sie aber genau, welches Heu ihre Lieblinge bevorzugen. Kaninchen, die einfach Null Bock auf Heu haben, kann man beispielsweise mit Apfelheu ködern. Man darf die Lieblinge aber nicht ständig mit ungesunden Leckereien locken, denn dadurch reiben sich die Zähne nicht ab. Pro Woche sollten die Kaninchen ihre Zähne 2 Millimeter durch Heu abreiben, sonst bilden sich schnell scharfe Spitzen an den Zähnen, die den Kaninchen enorm Schmerzen bereiten. Für die Tiere wird es sehr unangenehm und noch schmerzhafter, wenn der Tierarzt sie behandeln muss. Sorgen Sie dafür, dass sich immer ausreichend Heu in der Raufe befindet, ansonsten kommt die Verdauung der Kaninchen wieder vollkommen durcheinander.

Was sollte man wann füttern?

Morgens gibt es für die Kaninchen Heu und Wasser, mittags Frischfutter wie grünes Gras. Im Frühjahr sollten die Kaninchen allerdings an die Kost erst mal gewöhnt werden, damit sie keine Blähungen oder Bauchschmerzen bekommen. Gras aus dem Rasenmäher sollte nicht verabreicht werden, weil die Kaninchen dadurch Darmprobleme bekommen. Das selbe gilt auch für Zierrasen.

Freigänger, die sich das ganze Jahr draußen aufhalten, sind da weniger empfindlich. Gemüse wie Paprika und Kohlrabi dürfen sie täglich verabreichen, Obst sollte nur in winzigen Mengen und nur in reifem Zustand gefüttert werden. Um Schadstoffe zu beseitigen, sollten Sie Obst waschen. Auch mittags sollte immer Heu dazu gegeben werden, da Heu schließlich die Hauptnahrung ist. Abends darf man die Kaninchen aber wieder mit Frischkost verwöhnen. Trockenfutter ist nicht gut für die Kaninchen, sondern macht dick und faul. Zur gesunden Ernährung brauchen Kaninchen niemals mehr als Heu, Wasser, Frischfutter und Material zum Nagen. Tiere, die eine höheren Nährstoffbedarf haben und die viel Sport treiben sind davon natürlich nicht betroffen. Kräuter, Äste und Zweige tragen auch einer ausgewogenen Ernährung bei. Rotklee darf beispielsweise nicht verfüttert werden, weil diese Kräuterart Blähungen bei Kaninchen verursacht.

Kot fressen

Kot fressen gehört für die Kaninchen einfach zu einer gesunden Ernährung dazu und sollte nicht verboten werden. Wenn Sie Hölzer, Pflanzen von Bäumen nehmen, sollten Sie nur diese verwenden, die unbedenklich sind und die Ihnen bekannt sind. Keinesfalls sollten Sie Pflanzen nehmen, die an der Straße wachsen, sich in Parks befinden (Hundekot) oder in der Landwirtschaft. Getrocknetes Brot ist sehr kalorienreich und trägt kaum zum Zahnabrieb bei, sollte also besser vermieden werden. Gemüsereste, die vom Kaninchen nicht mehr gegessen wurden, sollten sofort weggeworfen werden. Problematisch für die Verdauung sind Gurken, Kohl, Mais, Paprika und Salat. Da viele der eben genannten Sorten Blähungen verursachen, sollten diese nur in kleinen Mengen verabreicht werden. Steinobstsorten wie Pflaume, Avocados, exotische Früchte, Zitrusfrüchte, sowie eingemachtes Obst sollte auch generell nicht gefüttert werden. Getrocknetes Obst sollte immer unbehandelt sein. Giftige Pflanzen gilt es zu vermeiden.

Was darf man niemals füttern?

Keinesfalls dürfen Sie beispielsweise Schokolade verfüttern (für die Tiere giftig), keine Milchprodukte, Nüsse und Speisen mit viel Fett.

Reichhaltige Kost im Winter

Kaninchen in der Winterzeit dürfen eine reichhaltigere Kost genießen. Schließlich müssen die Kaninchen in der Winterzeit sehr viel Energie aufbauen, um sich fit zu halten. Verzichten Sie aber bitte auf getreidehaltiges Futter. Neigen ihre Kaninchen schnell zu Übergewicht, sollten Sie zu Gemüse und vitaminreiche Stoffe greifen. Trockengemüse und Trockenobst kann zu jeder Jahreszeit gefüttert werden. Nicht jedes Kaninchen mag jedes Futter gleichermaßen, Sie sollten deshalb darauf schauen, welches Gemüse und welches Obst ihre Kaninchen besonders mögen.

Kaninchen müssen viel Wasser trinken

Kaninchen müssen viel Wasser trinken, auch wenn Sie vielleicht den Eindruck haben, dass die Tiere nicht sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Meistens wird der Wasserbedarf über das Fressen abgedeckt, im Sommer ist das wegen der Hitze aber nicht immer ausreichend. Heizungsluft und Trockenfutter sind für den Flüssigkeitsbedarf auch sehr belastend. Bekommen die Kaninchen keine Flüssigkeit, so werden Nierenkrankheiten enorm begünstigt. Bei Verdauungsschwierigkeiten sollten die Tiere Fencheltee, Kümmeltee, Kamillentee oder Anistee trinken. Bieten Sie den Tieren immer Trinknäpfe und keine Trinkflaschen an, auch wenn das für Sie vielleicht praktischer wäre. In der Natur trinken Kaninchen auch nicht aus Flaschen, sondern aus Bächen oder Flüssen.

Wir bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Bewertung 4.1 Sterne aus 9 Meinungen