Elektrotherapie auch für Hund und Katzen einsetzbar?

Elektrotherapie auch für Hund und Katzen

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TENS steht für Transkutane elektrische Nervenstimulation. Dabei werden elektrische Impulse eingesetzt, um die Muskeln zu stimulieren und Schmerzen in Muskeln und Gelenken zu lindern. Die Behandlung mit Reizstrom ist nicht nur beim Menschen wirksam. Arthrose und Rheuma treten auch bei Hunden und Katzen auf. Eine TENS-Behandlung kann entsprechende Beschwerden auch bei Tieren lindern. Hierfür werden Elektroden auf der Haut befestigt und die ausgesendeten Stromreize überdecken das Schmerzempfinden.

Elektrotherapie als sanfte und schonende Methode in der Tiermedizin

Die Reizstromtherapie kann Tierhaltern als Alternative zur Medikamentengabe bei von Gelenkbeschwerden betroffenen Hunden oder Katzen empfohlen werden. Die Wirkung konnte in mehreren Studie nachgewiesen werden. Bei einer fachgerechten Anwendung sind keine Nebenwirkungen zu befürchten. Durch den Einsatz der Reizstrombehandlung werden im Körper neutrale Systeme in Gang gesetzt, welche das Schmerzempfinden hemmen. Dabei treten folgende Wirkungen auf:
  • verspannte Muskeln lockern sich
  • die Durchblutung wird verbessert
  • der Körper schüttet Hormone zur Schmerzlinderung aus

Wann wird die Elektrotherapie in der Veterinärmedizin eingesetzt?

Im Veterinärbereich wird TENS vorrangig bei Verspannungen der Muskulatur und Inkontinenz eingesetzt. Sollen eine Durchblutungsförderung und Muskelstimulation bei Hunden und Katzen erreicht werden, hat sich die Elektrotherapie als wirkungsvoll erwiesen – das gilt auch für die Elektrotherapie bei Pferden. Häufig wird die Elektrostromtherapie auch begleitend zu anderen Maßnahmen eingesetzt. Dabei kann der Behandler auf eine ganze Reihe an nützlichem Zubehör zurückgreifen und damit die vielfältigen Anwendungsbereiche von TENS ausschöpfen. Die häufigsten Anwendungsgebiete von TENS in der Tiermedizin:
  • Arthrose
  • Verhinderung einer Muskelatgrophie
  • bei Lähmungen
  • zur Regeneration der Nervenstränge
  • Spondylosen
  • nach Operationen

Ist die Therapie für das Tier schmerzhaft?

Wird die Elektrotherapie fachmännisch durchgeführt, verspüren die Tiere keinen Schmerz. Durch den eingesetzten schwachen Wechselstrom in Frequenzen bis 100 Hz kann lediglich ein leichtes Hautkribbeln auftreten. Damit wird die Therapie von den Tieren gut angenommen und gilt als schonend und stressfrei.

Welche Arten von Geräten gibt es?

Es können verschiedene Geräte für die Elektrotherapie eingesetzt werden:
  • TENStem eco basic
  • MEDISANA Body-Toner BTS comfort
  • promed EMT-4 TENS-EMS
  • promed tens 1000 s
Für einen Einstieg in diese Form der Elektrotherapie bietet sich TENStem eco basic an. Dieses 2-Kanal-Reizstromgerät besitzt zwölf verschiedene Programme und arbeitet in einem Frequenzbereich von 2 bis 200 Hertz. Das Gerät ist auch von Laien einfach zu bedienen, wird aber in Tierkliniken und Tierarztpraxen weniger eingesetzt. Das MEDISANA Body-Toner BTS comfort Gerät verfügt über vier Kanäle und es können bis zu 16 Elektroden eingesetzt werden. Häufigen Einsatz in der Veterinärmedizin findet das promed EMT-4 TENS-EMS-Gerät. Es kann aus insgesamt elf Programmen gewählt werden, davon sind zwei Programme speziell auf die Behandlung von Inkontinenz ausgerichtet. Das Gerät wird in einem handlichen Aufbewahrungskoffer angeboten und ist damit auch ideal für Hausbesuche und Außeneinsätze geeignet.

Wie sollte TENS angewendet werden?

Der Einsatz sollte auf die individuelle Diagnose hin abgestimmt werden. Eine Anwendung dauert in der Regel etwa eine halbe Stunde. Die Wirkung sollte zirka einen Tag anhalten. Zur effektiven Schmerzlinderung bietet sich eine tägliche Anwendung an. Viele Tierärzte weisen die Tierhalter daher in die Anwendung der Elektrotherapie ein und bieten die TENS-Geräte auch zur Ausleihe an.

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