Die Sinne der Pferde

Pferde sind Fluchttiere, deren natürlicher Lebensraum in weiten offenen Steppenlandschaften liegt. Dementsprechend sind die Sinne, besonders gut entwickelt. Das Pferd nimmt feinste Veränderungen in seiner Umgebung wahr und registriert den Gemützustand von Menschen.

Sehen

Die seitlich am Kopf sitzenden Augen ermöglichen dem Pferd einen fast vollständigen Rundumblick. Lediglich direkt hinter ihm und vor der Stirn hat es einen toten Winkel, den aber ausgleichen kann, indem er den Kopf dreht. Schwierigkeiten haben Pferde zu sehen, was direkt vor ihnen liegt. Das räumliche Sehen ist bei Pferden durch die Anordnung der Augen eher unterentwickelt, ebenso die Wahrnehmung von Farben. Die großen Fluchttiere sehen nur halb scharf wie die Menschen. In der Ferne können Pferde Bewegungen registrieren, die sie dann in die Flucht schlagen können. Reiter die sich der Sehfähigkeit ihres Pferdes bewusst sind, werden einem Pferd deshalb erlauben, den Kopf in Richtung des Unbekannten zu drehen, damit es dies einigermaßen klar erkennen kann.

Hören

Pferde haben ein sehr feines Gehör, mit diesem können sie Geräusche in der Ferne wahrnehmen. Es ist auch möglich, dass Pferde bis in den Ultraschallbereich hören können. Selbst ruhende und schlafende Pferde sondieren immer wieder mit ihren großen Tütenohren Geräusche der Umgebung. Die Ohren bewegen sich meist dabei in allen Richtungen. Neben dem Hören dienen die Ohren auch als wichtiges Kommunikationsmittel. Ob freundlich und aufmerksam gespitzt – Menschen können immer registrieren wie die Pferde gerade gelaunt sind.

Riechen und Schmecken

Beim Geruchssinn sind uns Pferde überlegen, allerdings reicht dieser nicht an die eines Hundes ran. Besonders interessante Gerüche nehmen sie durch sogenannte Flehmen auf, dazu rollen sie die Oberlippe weit nach oben und ziehen die mit interessanten Düften gespickte Luft ein. Mit dem Jacobsonschen Organ, das uns im Menschen im Laufe der Evolution abhanden gekommen ist, können die Pferde den Duft bestimmen. An Körperhaltung und Geruch erkennen Pferde die Verfassung der Partner, auch der sogenannte Angstschweiß eines Menschen. Bei Pferden geht Liebe durch die Nase: Manche Artgenossen können sich riechen, andere dagegen überhaupt nicht. Der Geschmackssinn des Pferdes hängt eng mit seinem Geruchssinn zusammen. Den Geschmack analysieren die Tiere in der Mundhöhle, vor allem auf den ersten zwei Dritteln der Zunge. Dort befinden sich 35.000 Geschmacksknospen ( bei uns Menschen sind es nur 5.000), deshalb ist es auch kein Wunder, warum Pferde oft wählerisch sind was das Futter angeht.

Tasten

Das wichtigste Tastorgan des Pferdes ist das Maul. Auf den Lippen sitzen mehr Nervenenden je Quadratzentimeter als in unseren Fingerspitzen. Mit den borstigen Tasthaaren erkundet das Pferd seine Umgebung und schätzt Entfernungen ab, wenn der Ger5uch vorher “ keine Gefahr“ signalisiert hat. Tasthaare dürfen deshalb nie geschnitten werden. Auch die robust wirkende Haut ist sehr empfindlich, bereits kleine Fliegen können als unangenehm empfunden werden. Berührungen zwischen zwei- und vierbeinigen Partnern haben eine wichtige Funktion, die der Kontaktpflege und der Vertrauensbildung dienen. Befreundete Pferde betreiben auch gegenseitige Fellpflege.

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