Hufpflege bei Pferden

Ohne gesunde Hufe kein gesundes Pferd heisst ein bekanntes Sprichwort. Neben der täglichen Kontrolle und pflege müssen die Pferdehufe deshalb regelmäßig von ausgebildeten Fachleuten gekürzt, korrigiert und wenn nötig beschlagen werden, um zu starke Abnutzung oder einseitige Belastungen zu beheben.

Hufe richtig auskratzen

Zur täglichen Hufpflege gehört das Auskratzen der Hufe. Schmutz und Mistreste, die zur Strahlfäule führen können, werden dadurch ebenso entfernt wie Fremdkörper, die sich möglicherweise in der Strahlfurche oder unter dem Hufeisen festgesetzt haben. Strahlfäule ist eine baketerielle Erkrankung des Hufes bei Pferden. Beim Hufe auskratzen fängt man mit der Strahlfurche vom Ballen Richtung Strahlspitze an. Danach setzt man in den Ecken zwischen Eckstreben und Hufrand an und reinigt die Sohle, immer von den Trachten in Richtung Zehe. Ist der Strahl und das Hufhorn kräftig und elastisch, sind weitere Maßnahmen überflüssig. Sind diese jedoch spröde und trocken, sollten die Hufe in einem Eimer gewässert werden. Einfetten dient mehr der Optik, als dass es eine Wirkung auf den Huf hat. Tut man es doch, sollte man den Strahl aussparen, denn nur über diesen kann der Huf wichtige Feuchtigkeit von außen aufnehmen und elastisch bleiben. Zeigt der Huf starke Querrillen und – risse oder eine sehr dünne, instabile Hufwand, ist dies ein Hinweis auf Fütterungsprobleme oder Stoffwechselerkrankungen. Hier hält man am besten zunächst Rücksprache mit dem Tierarzt, der anhand einer Blutuntersuchungen eventuelle Mängel schnell entdecken kann. Auch überstandene Infekte hinterlassen häufig Hufrillen. Längsrillen von der Zehe Richtung Kronensaum muss der Hufschmied behandeln.

Barfüßig, beschlagen oder beschuht?

In der Regel sind Pferde mit Hufeisen beschlagen. Da der Huf kontinuierlich wächst, passt der Schmied regelmäßig alle 6- 10 Wochen die Eisen neu an. Durch einen orthopädischen Beschlag kann er auch Fehlstellungen der Hufe verbessern. Außerdem kann der Schmied mit unterschiedlich dicken Eisen an Vorder- und Hinterhufen den Takt bei Gangpferden korrigierend beeinflussen. Das alte Eisen wird zunächst abgenommen, der Huf am Tragrand gekürzt und der Strahl ausgeschnitten. Danach werden neue oder die aufgearbeiteten alten Eisen wieder auf den Huf angepasst. Beim üblichen Heißbeschlag wird das noch glühende Eisen kurz auf die Sohle gedrückt, um eine ganz glatte Auflagefläche für das Eisen zu erhalten, unter die später keine Fremdkörper rutschen können. Nach dem Abkühlen nagelt der Schmied die Eisen auf, vernietet die Nägel und raspelt auf dem Bock überstehende Hornreste am Hufrand weg. Beim selteneren Kaltbeschlag wird das Eisen nicht aufgebrannt. Bei Bedarf kann der Schmied unter den Eisen stoßdämpfende Leder- oder Kunststoffeinlagen anbringen. Hufgrip aus Gummi verhindert im Winter, dass sich Schnee in den Eisen festsetzt und ” aufstollt”. Beschlagsarbeiten darf nur ein ausgebildeter Hufschmied durchführen. Andere Pflegearbeiten, Ausschneiden und die Anpassung eines alternativen Hufschutzes können auch Hufpfleger übernehmen. Alternativ zum starren Hufeisen gibt es mittlerweile eine Vielzahl von relativ elastischen Kunststoffbeschlägen. Eine weitere Möglichkeit, um die Hufe zu schützen, sind Hufschuhe, die nur zum Reiten angebracht werden. Vor dem ” Anziehen” müssen die Hufe jedoch gründlich gereinigt werden, damit nichts drückt oder scheuert. Pferde mit guten Hufen können auch barfuß laufen. Bei ihnen muß regelmäßig der Hufrand geraspelt werden, um ein Ausbrechen zu vermeiden. Alle paar Wochen sollte dies von einem Fachmann vorgenommen, damit vermeidet Fehlstellungen und ungleiche Abnutzungen. Schiefgelaufene Hufe können ebenso wie ausgetretene Schuhe bei uns Menschen langfristig zu Gelenkproblemen führen.

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