So fühlen sich Bartagame erst richtig wohl

Bartagame brauchen ein Gefühl der Sicherheit und sind bestimmt keine Schmusetiere. Damit die Tiere an Sicherheit gewinnen, müssen Sie die richtigen Handgriffe ausführen und viel Geduld, Fingerspitzengefühl besitzen und viel Geld ausgeben. Die Echsen werden es Ihnen danken und schnell zutraulich werden. Dieser Artikel soll Sie darüber in Kenntnis setzen, welche Vorbereitungsmaßnahmen für die Eingewöhnung dringend notwendig sind.

eine Bartagame

Quarantäne

Bartagame werden vor dem Einzug ins Hauptterrarium in ein Quarantänebecken für 4 Wochen verfrachtet (das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme). Von jedem Tier nehmen Sie bitte zwei Kotproben und schicken diese ihrem Tierarzt zur Untersuchung. Die erste Kotprobe schicken Sie sofort los, die zweite wenn die Quarantänezeit (nach 4 Wochen) vorbei ist. Wenn mit den Kotproben alles in Ordnung ist, dürfen die Bartagame in das Hauptterrarium einziehen. So verhindert man, dass bereits vorhandene Bartagame in dem Terrarium die Neulinge angreifen, da diese nicht ganz gesund sind. Natürlich wird dadurch auch eine Ansteckung vermieden.

Haben Sie kein Quarantänebecken zur Verfügung, so müssen Sie die Quarantäne im Hauptterrarium durchführen. Der Nachteil bei der ganzen Sache wäre, dass das ganze Terrarium nach dem Vorgang desinfiziert werden müsste. Die Sammlung von Kotproben gestaltet sich zudem als äußerst schwierig und auch die Desinfektion bedeutet viel Arbeit. Sie sollten für das Becken nur wenig Zeitungspapier verwenden, das als Bodengrund herhalten muss.

Leider halten die meisten Terraner nicht viel von der Quarantäne und setzen die Tiere unnötigen Stress aus. Der Stress bedeutet für Bartagame, dass sie auch schneller krank werden. Sie infizieren sich beispielsweise mit Würmern oder Kokzidien (Parasiten). Lassen Sie die Tiere während der Quarantänezeit in Ruhe und fassen Sie sie nicht ständig an. Nur so haben Bartagame Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Um den Straßenlärm ein wenig zu mindern, verwenden Sie zwischen Terrarium und Unterbau eine Styroporplatte. Die Tiere fühlen sich wohl, wenn Sie die Vorderscheibe des Terrariums mit einer selbstklebenden Folie bekleben.

Eingewöhnung

Bartagame verlassen sich stets auf ihren Instinkt, alles andere ist ihnen völlig egal. Auch wenn die meisten Halter denken mögen, dass es sich um zahme Haustiere handelt, müssen sie eines besseren belehrt werden. Bartagamen waren und sind nach wie vor wilde Tiere, die an das Leben in der Wildnis gewöhnt sind. Doch mit der Zeit werden die Bartagame schnell begreifen, dass die Pfleger ihnen gut tun und sie liebevoll versorgt werden. Die Bartagame empfinden die Haut des Menschen als sehr angenehm und klettern sogar darauf herum. Sie sollten allerdings keine Gewalt anwenden, um die Bartagame ihren Willen aufzuzwingen.

Vermeiden Sie hektische Bewegungen und verhalten Sie sich gegenüber den Bartagamen ruhig. Die Tiere verstehen Bestrafung und Belohnung nicht, deswegen sollten Sie auch direkt darauf verzichten.

Machen Sie den Tieren keine Angst, indem Sie sich mit ihrer Hand von oben nähern. Die Tiere würden einen Angriff vermuten und Sie attackieren. Wenn Sie sich mit ihrer Hand den Bartagamen nähern wollen, dann immer in Kopfhöhe. Beim Füttern brauchen Sie keine Angst haben, dass die Bartagame ihnen wehtun oder Sie beißen. Bartagame sind bei der Nahrungsaufnahme ganz behutsam und nehmen das Futter aus ihrer Hand.

Vermeiden Sie Streicheln oder Knuddeln, denn die Bartagame haben davor Angst. Die Angst zeigen Bartagame durch totstellen und hoffen darauf, dass die Gefahr schnell wieder gebannt ist. Beim Sonnenbaden schließen die Bartagame zwar die Augen, sind aber völlig relaxt. Arten wie Pogona vitticeps zeigen sich am zutraulichsten dem Pfleger gegenüber, P.henrylawsoni nur zum Teil. Pogona Mitchelli, Pogona Barbata, Pogona Minor versuchen bei jeder Annäherung den Pfleger durch Drohgebärden einzuschüchtern und wahren die Distanz.

Freilauf

Die meisten Halter kommen auf die Idee, ihre Bartagame frei in der Wohnung herum laufen zu lassen. Das sollten Sie besser bleiben lassen. Es gibt aber Ausnahmen, wenn Sie beispielsweise für die Bartagamen extra ein Zimmer- oder Gartenterrarium (mit Heizstrahler, Beleuchtung) einrichten. Dieses Zimmerterrarium ist als Auslauf gut geeignet und besitzt einen Boden, der für Bartagamen akzeptabel ist. Die Temperatur in einem normale Zimmer an sich ist für Bartagamen zum einen inakzeptabel und zum anderen ist die Verletzungsgefahr durch die Böden größer. Außerdem wären die Tiere im Freilauf nicht mehr vor Zugluft geschützt und würden sich ganz schnell erkälten.

Bartagame aus dem Terrarium hochnehmen

Nehmen Sie die Bartagamen aus dem Terrarium richtig hoch, so werden diese nicht ängstlich, sondern reagieren ruhig und gelassen. Schieben Sie die eine Hand unter den Körper der Echse und heben Sie sie behutsam nach oben. Die andere Hand sollte die Echse vor dem Herabfallen sichern. Ihre Vorderbeine sollten Sie zwischen die Finger klemmen, so dass die Echse bei hastigen Bewegungen nicht abrutscht.

Eine Echse die falsch angefasst wird, kann sehr heftig reagieren: Sie wehrt sich mit aller Kraft mit ihren Krallen. Die Kratzer können sich leicht entzünden, deswegen sollten Sie Ihre Wunde sofort desinfizieren. Bisse sind dagegen schon weitaus schlimmer und müssen vom Arzt direkt behandelt werden. Der Speichel der Tiere überträgt nämlich Krankheitserreger. Wenn ein Tier fällt, versuchen Sie es bitte nicht aufzufangen. Kleine Bartagamen sollten Sie nicht in ihrer Hand herumkrabbeln lassen, verwenden Sie lieber für den Transport eine Schachtel.

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