Allgemeines zur Katzenerziehung

Eigenwillig und stur ?

ein SamtpfötchenKatzen haben einen ganz eigenen Willen, sind sehr schlau und gehorchen nicht so leicht wie Hunde. Deshalb beschweren sich manche Halter, dass sie mit ihren Katzen nicht zurecht kommen, doch mit der richtigen Erziehung ist alles möglich. Während Hunde ihre Besitzer auf allen Spaziergängen begleiten, sehen Katzen darin keine Notwendigkeit. Dass die Katzen richtig erzogen werden müssen ist nicht von der Hand zu weisen, jedoch sollten Katzen niemals geschlagen oder angeschrien werden. Das Gerücht, dass Katzen nicht erzogen werden können ist absoluter Blödsinn, allerdings ist es schon richtig, dass die Tiere das Befolgen einzelner Kommandos nicht verstehen können. Gerade der Eigensinn und die Selbständigkeit machen die Tiere so liebenswert für Menschen. Werden Katzen falsch erzogen muss man sich nicht wundern, wenn man hinterher eine Kratzbürste erhält.

Katzen können jederzeit die Stimmung ihrer Halter nachfühlen und wissen immer ganz genau was in Ihnen vorgeht. Ob die Tiere den Befehlen gehorchen steht auf einem anderen Blatt, deshalb sollte man ihnen nach Erfüllung der Aufgabe eine Belohnung geben. Das Zauberwort heißt hier Konsequenz, was bedeutet – was verboten ist, bleibt auch verboten.

Junge Katzen dürfen nicht zu früh von ihrer Mutter weg

Sobald das kleine Kätzchen ins Haus gekommen ist, wird mit der Erziehung begonnen, denn die Kitten werden schnell groß und lassen sich dann nicht mehr in die gewünschte Richtung bewegen, in die man die Kitten bringen möchte. Wenn man sich ein Kätzchen in die Wohnung holt darf dieses keinesfalls jünger als 8 Wochen alt sein- ideal wäre ein Alter von 10-12 Wochen. Das Katzenbaby bekommt die Erziehung seiner Katzenmama, die wir Menschen nicht nachholen können. Sie sollten bedenken, dass Katzenmütter die kleinen Katzen auch zur Stubenreinheit erziehen und dieser Aspekt sehr wichtig ist. Weder Katze noch Mensch werden miteinander glücklich werden, wenn der erste Prozess in der Erziehung nicht vollständig beendet wurde. Auch für Tiere ist die Muttermilch besonders wichtig und es macht für Psyche und Gesundheit einen gewaltigen Unterschied, ob man nur 8 oder 12 Wochen bei der Katzenmama nuckeln darf. Natürlich ist es verständlich, dass sie das kleine Kätzchen nach Hause holen wollen, lassen Sie der kleinen Katze aber lieber noch etwas mehr Zeit. Es lohnt sich und Sie werden weniger Arbeit und Stress mit der Katze haben, als wenn sie sie zu früh zu sich holen.

Junge Katzen zur Stubenreinheit erziehen

Sie haben also ihre Katze nun schon bei sich zu Hause und im besten Fall hat sie von der Mutter schon gelernt, wo sie aufs Klo gehen muss. Die meisten jungen Katzen werden instinktiv das Katzenklo aufsuchen, außerdem gibt es besonderes Katzenstreu für Babykatzen, die ihnen mit gewissen Duft- und Lockstoffen den Weg zur Toilette weisen. Sie sollten den Katzen aber auf jeden Fall mal zeigen, wo sich die Toilette befindet, weil der Weg für die Suche vielleicht sonst irgendwann mal zu weit sein könnte. So zeigen Sie der Katze wo sich das Klo befindet: Einfach die Katze aufheben, zum Klo spazieren, die Katze reinsetzen und das war es auch schon. Die kleine Katze wird ein bisschen dran rumschnüffeln, vielleicht sogar ihr Geschäft verrichten, aber ansonsten einfach raushüpfen und mit der Erkundung ihres neuen Zuhauses weitermachen.

Was aber tun Sie, wenn die Katze immer wieder daneben macht oder auf den Teppich, die Couch, den Parkettboden oder gar ins Bett!? Allerwichtigste Regel bei der Erziehung ist, dass man nicht schimpft, schreit, die Katze nicht mit der Nase in das Urin hineintunkt, keine Bestrafungen vornimmt. Wenn die junge Katze das eigene Geschäft mit Angst in Verbindung bringt, wird es nicht leicht für Sie werden, eine stubenreine Katze aus ihr zu machen. Entfernen Sie also einfach das Missgeschick, putzen Sie die Stelle gründlich und Schwamm drüber. Es gibt andere und bessere Möglichkeiten, um den kleinen süßen Kätzchen zu zeigen, wo’s langgeht.

Erstens brauchen Sie immer mindestens ein Katzenklo mehr, als es Katzen in Ihrem Haushalt gibt, das heißt bei einer Katze müssen zwei Klos her, bei zwei Katzen mindestens drei Klos, usw. Warum – Katzen machen ihr großes Geschäft nicht gerne am gleichen Platz wie ein kleines Geschäft. Sie sollten aus diesem Grund die Katzenklos nicht nebeneinander, sondern räumlich getrennt in einer gewissen Entfernung voneinander aufstellen. Katzen mögen es ausserdem nicht gerne, wenn sie Katzenklos mit anderen Artgenossen teilen müssen. Sie müssen zudem immer für ein sauberes Katzenklo sorgen- d.h. misten Sie den Streu mindestens einmal am Tag aus. Katzen sind sehr reinliche Tiere und gehen ungern auf ein unreines Katzenklo und die Katzentoiletten sollten immer an ruhigen Orten stehen, da auch Katzen stille Örtchen brauchen, wo sie ungestört sein können. Sie sollten also Plätze für Katzen meiden, wo immerzu jemand vorbeigeht oder es allgemein zu laut ist.

Warum muss man Katzen überhaupt erziehen?

Katzen muss man erziehen, damit ein harmonisches Zusammenleben überhaupt erst möglich ist. Wie die Erziehung dann letztendlich ausfällt, ist jeweils vom Katzentyp abhängig. Die Katzen müssen lernen, dass es Verhaltensweisen gibt die Züchter/Halter nicht tolerieren und dass bestimmte Zonen im Haus Katzen nicht zugänglich sind. Außerdem muss man Katzen vor auftretenden Gefahren jeglicher Art schützen.

eine neugierige, rote Katze
Wie kann man Vertrauen zur Katze aufbauen?

Um mit einer Katze ins Gespräch zu kommen, benutzt man leise und ruhige Töne, denn schließlich soll die Katze Vertrauen zum Halter fassen. Ein klares “Nein” oder ein “ Lass das“ reicht schon aus, um der Katze beizubringen, dass sie gegen die Regeln verstoßen hat.  Wichtig ist aber, dass man immer den gleichen Tonfall verwendet, andernfalls könnten die Katzen dies missdeuten. Strafen sollten generell ausbleiben, da man das Vertrauen zur Katze nicht zerstören möchte.

Was sollte man sich bei den Katzen als Halter angewöhnen?

Man sollte sich schon angewöhnen, der Katze die gleichen Aktionen zu verbieten, sonst könnte es passieren, dass die Katze auf stur schaltet und auf nichts mehr reagiert. Katzen schätzen den Wiedererkennungswert – nur so verstehen sie ihren Menschen besser und bauen Vertrauen auf. Wichtig ist nur, dass man von Anfang an konsequent bleibt und sich von der Katze nichts gefallen lässt. Man sollte sich angewöhnen der Katze viel Aufmerksamkeit zu schenken und Verständnis für ihre Launen haben. Schläge sind tabu.

Anweisungen

Soll die Katze beispielsweise lernen nicht auf den Tisch zu gehen gibt man ihr die Anweisung “runter”. Wenn alle Stricke reißen, und das Tier nicht hören will, muss man die Katze auf den Boden absetzen und “Runter” sagen und die Katze an einen anderen Ort setzen, wo sie sitzen darf, beispielsweise auf einem erhöhten Platz (das mögen Katzen besonders gerne). Diesen Schritt wiederholt man dann solange, bis die Katze dies auch wirklich begriffen hat. Wichtig an dieser ganzen Aktion ist aber, dass man schnell ist und der Katze eine gute Alternative bietet. Zur Küchenplatte wäre eine gute Alternative ein Kratzbaum mit einer Aussichtsplattform, wo man die Katze lobt und streichelt. Man wiederholt den Prozess mit Nein und bietet für die Katze eine Alternative, bis die Katze begreift, an welchem Ort ihr Verhalten erwünscht ist und an welchem nicht. Das heisst natürlich auch, dass jedes Familienmitglied sich auch an die Regeln halten soll, was die Katze darf, was bedeutet, dass nicht ein bestimmtes Familienmitglied der Katze die Küchenplatte erlaubt.

Das Bett als Schlafplatz

Sie sollten sich gut überlegen, ob es Ihnen recht ist, dass die Katze in Ihrem Bett schläft. Falls Sie das möchten, sollten Sie ein Leben lang dabei bleiben, ansonsten sollten Sie Ihrer Katze einen anderen Schlafplatz zur Verfügung stellen. Wenn das Haustier einen Schlafplatz an falscher Stelle fordert, sollten Sie liebevoll aber bestimmt darauf bestehen, dass es entweder den vorgeschlagenen Schlafplatz annimmt oder sich ein anderes Plätzchen sucht, mit dem Sie auch einverstanden sind.

Der Einsatz von Wasserpistolen

Der Einsatz von Wasser- und Sprühflaschen sollte vermieden werden, da dieser mehr Nach- als Vorteile hat, so bekommt die Katze vom Halter Angst und vor anderen Dingen und Lebewesen, die im gleichen Augenblick anwesend sind, die Katzen wissen auch nicht, wie sich diese richtig verhalten können und weiten das unerwünschte Verhalten womöglich auf Objekte oder Räume aus. Sie werden das unerwünschte Verhalten häufiger zeigen, um den Halter zu einer gemeinsamen Aktivität zu zwingen. Strafen sind absolut ein No-Go bei Katzen, man sollte lieber versuchen sich in sie hineinzuversetzen und dass was sie gut machen bestärken. Man sollte immer nach Alternativen suchen, zum Beispiel bei einem geschlossenen Katzenklo ihr ein offenes anbieten.

Mäulchen öffnen- leicht gemacht

Bei Zeiten müssen Sie den Katzen das Mäulchen öffnen, doch man sollte den Tieren vermitteln, dass man nichts böses von ihnen will. Es müssen zum Beispiel häufig die Zähne kontrolliert oder Tabletten verabreicht werden. Erwachsene Tiere, die nicht wissen was auf sie zukommt, werden schnell aggressiv und es könnte passieren, dass Sie die Zähne der Katze oder die Krallen zu spüren bekommen.

Aromastoffe

Die Katzen sind dafür bekannt, dass sie gerne die Orte aufsuchen, an denen sie eigentlich gar nichts verloren haben. Normalerweise ist es ja nicht schwer, die Katzen in Anwesenheit von etwas abzuhalten – doch viel schwerer wird es bei Abwesenheit. Raffinierte Hilfsmittel wie Zitronen-oder Orangenöl haben sich als wertvoll erwiesen, denn Katzen hassen duftende Räume. Haben Katzen zuerst den Raum als Toilette benutzt, so reicht ein Spritzer Zitronenöl aus um die Katzen vom urinieren abzuhalten.

Katze sitzt gemütlich in der Sonne
Katzen in Küchen

In der Küche lauern viele Gefahren, die von Katzen nicht realistisch eingeschätzt werden, sei es durch Fettspritzer oder heißer Wasserdampf. Junge Katzen sind besonders gefährdet und für ihre Neugier bekannt, schließlich möchten sie wissen was gekocht wird – und schon haben sie sich übel verbrannt. Mit Schutzplatten auf dem Herd kann man die Gefahr ein wenig eindämmen.

Waschmaschinen, Bügeleisen

Viele Hausbesitzer finden es niedlich wenn sich Katzen in Waschmaschinen verstecken. Doch Waschmaschinen sind als Spielplatz für junge Katzen nicht geeignet und zudem ein gefährlicher und tödlicher Ort. Deshalb sollte man Katzen auf keinen Fall in die Nähe von Waschmaschinen lassen. Katzen können sich auch übelste Verbrennungen hinzuziehen, wenn sie mit dem Kabel des Bügeleisens spielen. Deshalb sollte man das Bügeleisen an einem Ort lagern, wo die Katzen keinen Zugang dazu haben.

Reinigungsmittel

Herkömmliche Reinigungsmittel sind für Katzen sehr gefährlich und manche können bei Berührung ätzende Verbrennungen verursachen. Katzen sollte man soweit erziehen, dass sie nicht dazu neigen mit dem Putzwasser zu spielen oder an der Flasche zu riechen. Katzen können sich dadurch schwere Vergiftungen hinzuziehen, darum sind die Reinigungsmittel auch unzugänglich für die Tiere aufzubewahren.

Giftige Pflanzen, Gekippte Fenster und Kratzbäume

Pflanzen, Schnittblumen und Blumensträuße aller Art können hochgiftig für Katzen sein, da viele Blumen mit Chemikalien behandelt werden und manche von sich aus giftig sind. Man sollte Katzen dazu erziehen, von den Blumen die Finger zu lassen und ihnen lieber Katzengras anbieten. Gekippte Fenster werden für Katzen zur tödlichen Gefahr und sollten generell mit Katzennetzen abgesichert werden. Damit Katzen ihre Krallen nicht an den Möbeln und vor allem an den Polstern auslassen ist es notwendig einen Kratzbaum anzuschaffen. Eine andere Alternative ist der Einsatz von Kratzmatten, die für Katzen hervorragend geeignet sind.

Betteln

Das Betteln ist nicht nur eine unangenehme, sondern auch eine nervige Angewohnheit einiger Katzen. Lässt man sich jedoch von Anfang an nicht von den Katzen erweichen, werden diese in der Regel das Bettelspiel gar nicht erst anfangen.

Katzenspiele

Gerade junge Katzen möchten zum Spiel auffordern, da sie jedoch noch kaum Erfahrung mit dem Menschen gesammelt haben übertreiben sie es manchmal gerne und schlagen die Krallen durch die Haut der Menschen. Katzen die untereinander miteinander spielen merken die Krallen der Artgenossen nicht so sehr wie die Menschen, die dann meistens in den Katzen etwas böses sehen. Eine Aufforderung zum Katzenspiel sind häufig der irre Blick, die angelegten Ohren und das Umklammern der Hand mit den Hinterpfoten und gleichzeitigem Kratzen. Meistens erfolgt der Angriff von den Katzen ohne Vorwarnung und es wird wild in die Hand gebissen mit leichtem Kopfschütteln. Am Anfang sind solche Katzenspiele zwar ganz nett, aber mit zunehmenden Alter kann dieses Katzenspiel sehr weh tun. Aus diesem Grund sollte man den Katzen vermitteln, dass es einem gerade sehr weh tut. In dem Fall kann man den Katzen mit dem Mittelfinger auf die Pfote tippen und mit leicht erhobener Stimme “ NEIN“ sagen, aber sie niemals schlagen. Sehr empfehlenswert ist auch die Ermahnung der Katze mit erhobener Stimme und man kann sie gleichzeitig vor die Tür eines Zimmers setzen und mit einem Zischlaut “ Psch Psch“ kann man sie dann davon fernhalten aus dem Zimmer zu stürmen. Die Zischlaute sind dem Fauchen der Katze sehr ähnlich und werden auch von den Katzen verstanden. In den nächsten brenzligen Situationen werden sich die Katzen an den Rausschmiss erinnern und sich dann lieber zusammenreissen.

Liebesbeweis an den Menschen

Man nennt den Liebesbiss wenn Katzen angeregt schmusen und anfangen leicht zu knabbern bzw. zu kneifen. In Verbindung mit dem Kneifen schütteln die Katzen den Kopf und man hört ein wohlklingendes Schnurren. Ein noch höherer Liebesbeweis ist das Anbieten ihres Halses. Man sollte dieses Verhalten tolerieren, da die Katze es nur lieb meint und die Art der Zuneigung ausdrücken möchte. Man sollte die Katze einfach weiter streicheln, nur wenn sie zu doll knabbert sollte man “ Aua“ sagen und die Stimme ein wenig anheben. Da Katzen sehr feinfühlig sind, merken sie sofort wenn sie es übertreiben.

Überknuddeln bei Katzen vermeiden

Man hat die Katze gestreichelt und nicht gemerkt, dass man beim Streicheln eine verpasst bekommen hat – ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Katze von den Streicheleinheiten genug hat. Das Schmusen mit einer Katze durch Berührungen des Fells mit dem Gesicht ist für viele Katzenhalter ein Hochgenuss und häufig kommt es vor, dass man dem Knuddelrausch verfällt und sich selber nicht mehr kontrollieren kann. Handelt es sich um eine Katze die kratzt und beisst, bringt man sich damit selber in große Gefahr. Man sollte wenn die Katze mit dem Schwanz zuckende Bewegungen macht ihr ein wenig Ruhe gönnen und nicht einfach munter weiterstreicheln – das wäre auch für den Halter sicherer.

Lesen Sie auch hier, welche Fehler man bei der Erziehung vermeiden sollte.

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